Es ist der schlimmste Alptraum aller Flugpassagiere: Beide Piloten sind ausgefallen und ein Passagier muß die Steuerung des Flugzeugs übernehmen und es sicher landen.

Du nimmst den Platz des Flugkapitäns auf der linken Seite ein.

Sehen Sie erst nach, ob der bewusstlose Pilot nicht auf dem Steuerrad liegt.

Atmen Sie tief durch. Vielleicht sind Sie überwältigt von der Fülle an Eindrücken und der Gefährlichkeit der Situation.

Wechseln Sie in eine langsame und tiefe Atmung, um sich zu vergewissern die Kontrolle zu behalten.

Stellen Sie die Lage des Flugzeugs fest. Wenn das Flugzeug fühlbar sinkt oder sich dreht, bringen Sie es in ein geregeltes Flugverhalten. Dazu orientieren sie sich am Horizont draussen.

Vermutlich wird das Flugzeug gerade vom Autopilot gesteuert und daher nicht so schnell vom Himmel fallen. Der Autopilot steuert die wichtigsten Aufgaben, um das Flugzeug am Fliegen zu halten, aber es muss manuell gelandet werden. Jedes Flugzeug hat eine andere Anordnung der Instrumente und es bleibt nicht viel Zeit, um sich damit vertraut zu machen. Aber die Anordnung der wichtigsten Elemente ist bei den meisten Flugzeugen gleich. Ich werde hier hauptsächlich die Bedienung der Boeing 737 beschreiben, weil es das weltweit am Meisten verbreitete Verkehrsflugzeug ist, von dem seit 1967 über 9000 gebaut wurden. Außerdem den Airbus A320. Bei vielen modernen Flugzeugen werden die wichtigsten Instrumente auf sechs gleichgroßen Monitoren angezeigt. Davon sind zwei vor jedem Piloten und zwei in der Mitte. Was die Monitore anzeigen, kann der Pilot konfigurieren, daher kann die Anordnung abweichen. Standardmässig ist auf dem äußeren Monitor das Primary Flight Display und daneben das Navigation Display eingestellt. In der Mitte sind oben die Daten der Triebwerke angezeigt und der untere Monitor dient als Multifunktionsdisplay für Systemanzeigen. Rechts vom Kapitän gibt es noch ein kleines Primary Flight Display und eine Navigationsanzeige für Funkfeuer, beide mit eigener Stromversorgung, falls die Hauptinstrumente ausfallen.

Vielleicht befindet sich direkt vor Ihnen ein Primary Flight Display (PFD), das lebenswichtige Informationen über den Zustand des Flugzeugs anzeigt.

Beispiel für ein typisches Primary Flight Display in einem Flugzeug.

Dazu gehören:

Geschwindigkeit "Indicated Airspeed (IAS)"

gemessen in Knoten, die in der senkrechten Skala links angezeigt wird. (In der Grafik 250). Die violette Zahl oben ist die Soll-Geschwindigkeit, die im Mode Control Panel gewählt wurde (250). Das schwarze Quadrat in der Mitte, die tatsächliche Geschwindigkeit (ebenfalls 250 Knoten). Die roten Quadrate im oberen Bereich markieren die maximale Geschwindigkeit, die nicht überschritten werden sollte. Am unteren Ende der Skala zeigen die roten Quadrate die Mindestgeschwindigkeit an, die nicht unterschritten werden darf, um einen Strömungsabriss zu vermeiden.

Künstlicher Horizont "Attitude Indicator"

Sehen Sie nach dem künstlichen Horizont (attitude indicator). Er enthält ein kleines Bild der "Flügel", wie zwei rechtwinklig gekippte "L" und den Horizont. Das obere ist blau, für den Himmel und der Boden ist braun. Bei moderner ausgestatteten Flugzeugen ist der attitude indicator auf einem Computerbildschirm dargestellt. Bei älteren Flugzeugen ist er in der Mitte der oberen Reihe von Instrumenten.

Höhenmesser "Altitude Indicator"

rechts neben dem künstlichen Horizont. Dort zeigt die violett gefärbte Zahl oben die im Mode Control Panel (MCP) eingestellte Höhe in Fuss an und das schwarze Quadrat mit der Pfeilspitze in der Mitte, die tatsächliche Höhe. (Beides 38000 Fuss, in der Grafik)

Vertikale Geschwindigkeit "Vertical Speed Indicator"

Neben dem Höhenmesser wird angezeigt, wie schnell das Flugzeug steigt oder fällt. Normalerweise wird die Steig- oder Sinkgeschwindigkeit in der Einheit "Tausend Fuss pro Minute" gemessen. Die Anzeige von "+2" würde bedeuten, dass das Flugzeug mit einer Rate von 2000 Fuss pro Minute steigt, während die Anzeige "-1.5" ein Sinken mit 1500 Fuss pro Minute bedeutet.

Flugrichtung "Heading Indicator"

Der Kreisbogen am unteren Rand des Displays ist der Kompass. Er zeigt die Flugrichtung des Flugzeugs an. Auch hier stehen violette Zahlen wieder für die voreingestellte Flugrichtung und weiße Zahlen für den tatsächlichen Kurs, der von dem voreingestellten Wert abweichen kann.


"Ground Speed (GS)" auch in Knoten die Höhe, gemessen in Fuss und die
Flugrichtung (heading)

Funkverkehr

Als erstes sollte man das Headset des Piloten finden und die dazu gehörigen Kontrollelemente. Sie befinden sich unten, zwischen den Pilotensitzen. Die obere Reihe von Schaltern ist die "Mic Selector Group". Dort wird ausgewählt, zu wem gesprochen werden soll, z.B. zu den Passagieren. Um einen Funkkontakt herzustellen, muss "VHF" ausgewählt sein. Darüber können zwei Funkfrequenzen eingestellt werden

Die Sprechtaste befindet sich links am Steuerknüppel und trägt die Beschriftung "MIC". Nun sollte zuerst ein Notruf abgesetzt werden z.B.
"Mayday, mayday, mayday! I am a passenger of [Fluggesellschaft] Flight [Flugnummer]. I repeat [Flugnummer]: Both pilots are unconcious (bewusstlos) and I am a passenger flying the airplane." Sobald die Flugverkehrskontrolle (ATC = Air Traffic Control) den Notruf verstanden hat, wird sie einen auf dem Flugzeugtyp erfahrenen Piloten heranholen, um die weitere Kommunikation zu übernehmen. Dann wird die ATC möglicherweise Kursänderungen fordern, um anderen Flugzeugen auszuweichen oder um Dein Flugzeug in einen Bereich mit weniger Flugverkehr zu leiten.

Autopilot

Das "Primary Flight Display" sollte auch anzeigen, ob der Autopilot eingeschaltet ist, wahlweise mit AP oder CMD Korrektur der Fallgeschwindigkeit nach "steigen" oder "fallen" und der Drehung, wenn es nötig ist, so dass die Miniflügel auf dem künstlichen Horizont stehen Wenn diese Parameter stimmen, fassen Sie die Bedienelemente garnicht an sondern gehen zum nächsten Schritt. Muss das Flugzeug erst stabilisiert werden, regeln Sie das Flugverhalten mit dem Steuerknüppel. Ziehen Sie das Steuer, damit das Flugzeug steigt oder um die Nase hochzubringen. oder drücken Sie es vor sich weg, um die Nase zu senken. Durch seitliche Bewegungen der Steuersäule kann die Flugrichtung und die seitliche Drehung gesteuert werden. Hauptsächlich muss der Flieger davor bewahrt werden, Höhe zu verlieren.
Wenn Sie bis jetzt die Fluglage verändern konnten, ist der Autopilot vermutlich ausgeschaltet. Schalten Sie den Autopilot jetzt ein durch drücken des Schalters, der mit "AUTOPILOT" oder "AUTO FLIGHT" oder "AFS" bzw. "AP" beschriftet ist. Dieser Schalter ist meistens so angebracht, dass beide Piloten ihn in gleicher Entfernung erreichen können. Nur wenn eine Veränderung der Fluglage eintritt, die nicht sinnvoll ist, kann der Autopilot durch Drücken aller Tasten am Steuerknüppel ausgeschaltet werden, wobei dann hoffentlich auch der Schalter für die Verbindung zum Autopilot getroffen wurde. Der beste Weg, ein Flugzeug stabil fliegen zu lassen, ist die Instrumente nicht zu verändern. Vermeiden Sie das "Überkontrollieren"!

Erstmal wird man vom Tower Anweisungen bekommen, den Kurs zu ändern, also Flughöhe, Flugrichtung und Geschwindigkeit am Autopilot einzustellen und dann eine Einweisung in die Abläufe bei der Landung, denn bei der Landung muss es schnell gehen und es ist keine Zeit, um Instrumente oder Bedienelemente zu suchen.

Sobald also festgestellt wurde, daß die Fluglage des Flugzeugs stabil ist, wendet man sich dem Autopiloten (Flight Director) zu, der befindet sich meist vorne, genau in der Mitte unter den Fenstern.

Dort gibt es Digitalanzeigen für

  • die Flugrichtung Kurs Heading (HDG) darunter ein Schalter "HDG", damit der Autopilot die voreingestellte Flugrichtung übernimmt.
  • die Geschwindigkeit (IAS/MACH) darunter ein Schalter "IAS", um die eingestellte Geschwindigkeit zu aktivieren.
  • die Flughöhe (ALTitude) und darunter der Schalter "ALT" um den eingestellten Wert zu übernehmen.
  • die Steig- bzw. Sinkgeschwindigkeit (VERT SPEED)

Am Beispiel der Boeing 737-400 hier die Erklärung des Autopilot.

von links nach rechts

Der 3. Schalter von links trägt die Beschriftung "A/P" für Autopilot und die Schalterstellungen "CMD" und "OFF". Damit wird der Autopilot aktiviert oder deaktiviert. In der Stellung "CMD" regelt der Autopilot die Fluglage nach den eingestellten Parametern.

Kursänderung mit dem Autopilot:

ATC: "Flight [Flugnummer] please turn your aircraft to heading [number]"

Den Drehknopf im Abschnitt "HDG" des Autopilot drehen, bis die gewünschte Zahl auf der Digitalanzeige erscheint. Erstmal wird das Flugzeug nicht reagieren, weil der Autopilot dem eingestellten Flight Plan folgt. Durch Drücken des Schalter "HDG" ändert sich das und das Flugzeug dreht auf den eingestellten Kurs. Dies kann auf dem Primary Flight Display und auf dem Kompass beobachtet werden.

Änderung der Flughöhe mit dem Autopilot:

Irgendwann wird ATC fordern, den Sinkflug (descent) für die Landung einzuleiten.

ATC: "Flight [Flugnummer]! I want you to descent to 10.000 feet."

Jetzt ist der Knopf unterhalb der Anzeige für die Flughöhe (ALT) zu drehen, bis der gewünschte Wert erreicht ist. Wieder wird das Flugzeug nicht reagieren, weil der Autopilot auf Cruise Mode geschaltet ist. Deshalb muss erst die Level Change Taste (LVL CHG) gedrückt werden, damit das Flugzeug die Höhe ändert. Jetzt wird das Flugzeug sinken. Die Schubhebel bewegen sich nach vorne, um den Schub zu verringern und der Steuerknüppel verändert die Stellung der Ruder. Der Fortschritt kann wieder auf dem Primary Flight Display beobachtet werden.

Änderung der Geschwindigkeit mit dem Autopilot:

Um die Vorbereitungen der Landung zu beginnen, wird ATC Sie bei Erreichen einer bestimmten Flughöhe auffordern, die Geschwindigkeit zu verringern.

ATC: "Slow down to 240 Knots."

Nun wird am Drehknopf im Fenster "IAS/MACH" die Geschwindigkeit eingestellt und wieder mit der Level Change Taste bestätigt, damit der Autopilot die Änderung der Flughöhe vornimmt. Die Schubhebel werden sich jetzt nach hinten bewegen und auf der linken Skala im Primary Flight Display können Sie die Änderung der Fluggeschwindigkeit beobachten. Ein kleiner grüner Pfeil neben der Geschwindigkeit zeigt an, daß das Flugzeug nun langsamer wird.

Änderung der Frequenz am Funkgerät:

Möglicherweise kommen Sie irgendwann ausserhalb der Reichweite der Air Traffic Control, mit der Sie gerade sprechen, und Sie werden aufgefordert, die Funkfrequenz zu wechseln.

ATC: "Flight [Flugnummer]: You are flying out of my range. If you can, switch the frequency to 126.185. They will lead you for the rest of your way."

Um Mißverständnisse bei der Kommunikation zu verhindern, sollten die Anweisungen der Traffic Control, vor der Ausführung, jeweils wiederholt werden: "Okay! I change frequency to 126.185."

Wenden Sie sich nun wieder dem Funkgerät in der Mittelkonsole zwischen den Pilotensitzen zu. Dort befindet sich ein zweiteiliger Drehknopf; am äußeren (größeren) Ring wird die Megahertz-Zahl vor dem Komma eingestellt. Am inneren (kleineren) Knopf, die Stellen hinter dem Komma. Anschließend muß die Transfer-Taste, zwischen den beiden Frequenzanzeigen gedrückt werden, um die neu eingestellte Frequenz zu übernehmen. Sodann melden Sie sich beim neuen Controller an: "Hello, this is Flight [Flugnummer]"

Vorbereitungen zur Landung:

Nachdem der Kontakt mit dem neuen Controller hergestellt ist, wird er Ihnen weitere Anweisungen geben um die Landung einzuleiten. Das könnten z.B. Kursänderungen sein, die sie im Heading-Fenster des Autopilot einstellen. Wenn vorher bereits eine Kursänderung durchgeführt wurde, werden die Eingaben sofort übernommen und es muß nicht mehr die Level-Change-Taste gedrückt werden. Nach der Änderung der Flugrichtung werden weitere Anweisungen folgen, z.B. Änderung der Geschwindigkeit. Diese wird dann wieder bei "IAS/MACH" eingestellt.

Beobachten Sie nun wieder auf dem Primary Flight Display die Änderung der Fluggeschwindigkeit. Wenn das Flugzeug zu schnell ist, muß es abgebremst werden. Dazu gibt es links neben den Schubhebeln einen kleineren Hebel für die Speed-Brake. Damit werden Klappen auf den Tragflächen gesteuert, um die Geschwindigkeit des Flugzeugs zu regulieren.

Kurz vor der Landung wird wieder eine Anweisung der Air-Traffic-Control kommen, um auf den Landebahnkurs einzuschwenken und auch die Anweisung, die Flughöhe zu verringern.

ATC: "Descent to 2.000 Feet!"

In diesem Moment fliegen Sie direkt die Landebahn an und nun wird es ein bißchen "tricky"... Die optimale Landegeschwindigkeit der Boeing 737 liegt zwischen 130 und 150 Knoten. ATC wird Ihnen nun die erforderliche Geschwindigkeit für die Landung mitteilen.

[Wird fortgesetzt...]


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