Ein Kult, der in den Sechziger Jahren in den USA entstand, hat sich zu einer Bewegung entwickelt, die mittlerweile Millionen Anhänger hat und sich inzwischen auch in Europa verbreitet. Immer mehr Menschen sind damit beschäftigt, persönliche Krisenvorsorge zu betreiben. Obwohl sie über einen relativ hohen Lebensstandard verfügen, treffen sie Vorbereitungen, um in Krisenzeiten ein autarkes Leben führen zu können.

Während des Kalten Krieges war der zivile Bevölkerungsschutz im Katastrophenfall noch von hoher Wichtigkeit. Die Bevölkerung war aufgefordert, einen Notvorrat an Lebensmitteln anzulegen und sich auf verschiedene Krisenszenarien vorzubereiten. - Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Pakt 1991 ging man nicht mehr von einer Bedrohung durch einen atomaren Militärschlag aus, und reduzierte die Maßnahmen und Einrichtungen für den Katastrophenschutz in Deutschland wieder.

Unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der Flutkatastrophe an Donau und Elbe im August 2002, kam die Frage auf, ob der Katastrophenschutz in Deutschland verbessert werden müsse. Am 1. Mai 2004 wurde mit der Errichtung des neuen "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK)" eine neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland verwirklicht, um den Bevölkerungsschutz als eine Säule des nationalen Sicherheitssystems zu verankern.

Naturkatastrophen

  • 2005 kam es durch ungewöhnlich hohe Schneefälle zu einem mehrtägigen Stromausfall im Raum Norddeutschland.
  • 2006 zerstörte ein Tornado ein Wohngebiet in Thüringen.
  • 2010 verursachte der Orkan Xynthia erhebliche Schäden in weiten Teilen Europas.
  • 2013 führte extremer Dauerregen zu einer Hochwasserkatastrophe, von der große Gebiete in Deutschland, Österreich und den angrenzenden Ländern betroffen waren. Obwohl Zehntausende freiwillige Helfer gegen die Fluten kämpften, war die Zerstörung so groß, dass viele Bürger ihre Häuser verlassen mussten und nur das Nötigste mitnehmen konnten.

Der Klimawandel führt dazu, dass sich die Stärke von Unwettern und auch deren Häufigkeit in Zonen mit gemässtigtem Klima wie Nord- und Mitteleuropa in Zukunft erhöhen wird. Dies kann dazu führen, dass Verkehrswege nicht mehr benutzbar sind, die Energieversorgung unterbrochen wird und Gebäude unbewohnbar werden. Bei großflächigen Katastrophen können die Rettungskräfte nicht überall sein, im schlimmsten Fall kann es bis zu 72 Stunden dauern, bis Hilfe eintrifft.

Die meisten Krisensituationen erfordern ein schnelles Handeln und es bleibt kaum Zeit, um erst noch Vorbereitungen zu treffen. Nicht nur großflächige Szenarien, wie Naturkatastrophen, können es erforderlich machen, dass sie Ihre Wohnung verlassen müssen und in die Lage versetzt werden, in einer fremden Umgebung oder sogar im Freien überleben zu müssen. Wenn es brennt, ist es zu spät, noch Vorsorgemassnahmen zu treffen und Sie müssen schnellstens reagieren. Auch bei einer Bombenentschärfung, wie sie in Deutschland 250 Mal im Jahr stattfindet, werden alle Bewohner in der Umgebung evakuiert und wissen nicht, ob sie bei ihrer Rückkehr alles wieder so vorfinden, wie es war und was möglicherweise zerstört oder beschädigt worden ist.

Finanz- und Wirtschaftskrise

Die Sicherheitslage in Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas hat sich in wenigen Jahren dramatisch verschlechtert. Um der wachsenden Verschuldung zu entgehen, werden die Sozialausgaben verringert, im öffentlichen Dienst Personal eingespart und die Löhne gekürzt. Bei der Polizei wurden bereits in den vergangenen Jahren massiv Stellen abgebaut, so dass die öffentliche Sicherheit in vielen Stadtvierteln nicht mehr gewährleistet ist.

Die steigende Unzufriedenheit der Bevölkerung kann soziale Unruhen auslösen, die zu einem Zusammenbruch der Gesellschaft führen. Zahlreiche Vorboten solcher von Menschen ausgelösten Katastrophen, konnten bereits beobachtet werden:

  • 08.09.2008 - In Dänemark fliehen wegen bürgerkriegsartiger Zustände immer mehr Dänen aus den Städten. Vor allem in Kopenhagen und Aarhus häufen sich Überfälle und Schußwechsel unter Jugendbanden aus Migrantenfamilien, die plündernd und randalierend durch die Straßen ziehen.
  • 10.12.2008 - Zwei Wochen lang herrschen bürgerkriegsähnliche Unruhen in der griechischen Hauptstadt Athen, dabei werden etwa 1000 Geschäfte verwüstet und von Jugendlichen Brandsätze auf Gebäude und Fahrzeuge geworfen.
  • 19.12.2008 - Krawalle von muslimischen Jugendlichen in Malmö, Schweden nach der Räumung eines Gebetsraumes durch die Polizei.
  • 24.12.2008 - Unruhen in einem von Migranten bewohnten Vorort von Stockholm. Polizei, Rettungskräfte und Feuerwehr werden während des Einsatzes angegriffen.
  • 07.03.2009 - Krawalle in Malmö am Rande des Davis-Cup Spiels verursacht durch Angehörige der Autonomen-Szene.
  • 14.07.2009 - Am französischen Nationalfeiertag brennt es in den Vorstädten der Metropolen. Randalierende Banden haben über 300 Fahrzeuge angezündet.
  • 22.03.2010 - Straßenschlachten, Krawalle und brennende Autos bei Auseinandersetzungen von Angehörigen der linken Szene mit der Polizei in Hamburg.
  • 05.08.2010 - Frankreich: nächtelange Ausschreitungen in mehreren Städten, nachdem die Polizei einen bewaffneten Casinoräuber aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie erschossen hat.
  • 06.09.2010 - Gewalttätige Krawalle im Hamburger Schanzenviertel.
  • 19.10.2010 - Chaos in Frankreich: Schulen brennen, Krawalle und Straßenschlachten im ganzen Land, Autos werden angezündet und es kommt zu Plünderungen von Geschäften.
  • 07.08.2011 - Schwere Ausschreitungen nach einem Polizeieinsatz im Londoner Stadteil Tottenham. Es kommt zu Brandstiftung und Plünderungen. Familien müssen aus brennenden Häusern fliehen, weil die Feuerwehr an der Arbeit gehindert wird.

Ein Blick auf diese Ereignisse sollte ausreichen, um zu erkennen welche Probleme auf uns zu kommen und zum Anlass genommen werden, sich einmal mit dem Thema Krisenvorsorge zu,, befassen und Strategien zu entwickeln, wie man in Notfallsituationen am Besten reagiert.

Gefahrenanalyse

Bevor damit begonnen wird, die Ausrüstung zu beschaffen, sollte man sich Gedanken machen über die individuelle Gefahrenlage, der man möglicherweise ausgesetzt ist. Das persönliche Risiko in eine Notsituation zu geraten, wird errechnet aus der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer bestimmten Situation und der Höhe des zu erwartenden eintretenden Schadens. Wer es genau wissen will, kann die Risikoanalyse in einer Gefahrenmatrix darstellen.

Geografisch
  • Naturkatastrophen: In vielen Gebieten besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Erdbeben, Überflutungen durch naheliegende Flüsse oder Talsperren, Sturmfluten im Bereich der Küste, Vulkanausbruch, Erdrutsche oder Lawinen in Hanglagen, Gefahr von Waldbränden in waldreichen Gegenden
  • Unwetter: Stürme, Gewitter und Hagel werden als die gefährlichsten Wettererscheinungen auf der Erde eingestuft, weil sie ein hohes Potential für Verluste von Eigentum und Leben enthalten. Besonders gefährdet sind Bevölkerungsgruppen, die sich draussen aufhalten wie z.B. Besucher von Großveranstaltungen, Arbeiter auf Baustellen, in der Landwirtschaft und in Wäldern.
  • Weltraumwetter: Kosmische Strahlung aus dem Weltraum beeinflusst das Leben auf der Erde, weil grosse Mengen energiereicher Teilchen, wenn sie auf die Erde treffen, das Klima und die Wetterentstehung verändern. Magnetstürme führen zu Störungen in elektronischen Anlagen und lassen hohe Ströme in Pipelines und Hochspannungsleitungen entstehen. Als Folge sind Störungen in Industrieanlagen und Ausfälle in der Energieversorgung und der Telekommunikation möglich.
Technisch
  • Unfälle im Schiffs-, Straßen- und Schienenverkehr: Rund 9000 gefährliche Stoffe, die dem Gefahrgutrecht unterliegen, werden täglich in großen Mengen mit der Bahn, LKW oder Schiffen transportiert.  Die Verkehrswege führen oft durch dicht besiedelte Gebiete und trotz hoher sicherheitstechnischer Standards kann es bei Unfällen zur Freisetzung von giftigen, brennbaren oder explosiven Substanzen kommen.
  • Flugzeugabstürze: Flugzeuge können überall im Land abstürzen und großen Schaden verursachen. Gerade in den Ballungsgebieten Mitteleuropas herrscht im Luftraum eine hohe Verkehrsdichte an Flugbewegungen. Viele Privatflugzeuge und Charterflüge sind über bewohnten Gebieten oder in der Nähe sensibler Industrieanlagen unterwegs. In der Nähe von Flugplätzen besteht durch die hohe Anzahl von Starts und Landungen eine höhere Wahrscheinlichkeit für Flugzeugunglücke, als in Regionen in gößerer Entfernung zum nächsten Flugplatz.
  • Industrieunfälle: Gefährliche Stoffe: Unfälle mit gefährlichen Stoffen, in der Industrie, beim Transport oder in Kraftwerken sind dazu geeignet, um Katastrophensituationen hervor zu rufen.
Menschlich
  • Terroranschläge: Es besteht die Möglichkeit, dass Verbrechen oder terroristische Anschläge mit Chemikalien oder gefährlichen chemischen, biologischen oder radioaktiven Substanzen durchgeführt werden.
  • Innere Unruhen: Geplante oder ungeplante Demonstrationen können sich zu unkontrollierbaren, lebensgefährlichen Situationen entwickeln. Gewaltbereite Teilnehmer können die Zerstörung von Eigentum und Verletzungen unbeteiligter Zuschauer verursachen.
  • Nationaler Notstand: Auf der ganzen Welt besteht die Gefahr von nationalen Notfällen als Folge von Auseinandersetzungen unterschiedlicher Interessengruppen.
  • Soziale Unruhen, Bürgerkriege, Kriege

Schutzmaßnahmen

Das beste Survival- oder Notfall-Set ist das, was da ist, wenn man es braucht. Unabhängig davon, wie gut man zu Hause ausgerüstet ist, ist es sinnlos wenn es nicht ständig verfügbar ist, speziell wenn man unterwegs in eine Notfallsituation gerät. Deshalb sollte es immer erreichbar sein und Hilfsmittel enthalten, die folgende Zwecke erfüllen:

  • Beleuchtung
  • Feuer machen, um Unterkühlung zu vermeiden.
  • Navigation / Orientierung, um seinen Weg zu finden.
  • Signalisierung, um Helfer auf sich aufmerksam zu machen.
  • Schutz vor Umwelteinflüssen: Sonnenschutz, Kälteschutz, Regenschutz
  • Trinkwasser sammeln und aufbereiten.
  • Erste Hilfe

Obwohl viele fertig zusammengestellte Survival-Sets Angelzubehör enthalten, hat die Beschaffung von Nahrung nicht die oberste Priorität, denn das Set soll nur den Zweck erfüllen, die Bedürfnisse für einen oder zwei Tage zu decken, bis man wieder in die Zivilisation zurückkehren kann oder von Helfern gerettet wird.

Die Mindestausstattung, die jeder bei sich haben sollte, um für Notfälle gerüstet zu sein, wird als "Every-Day-Carry", kurz: EDC bezeichnet, das ist die persönliche Schutzausrüstung, die man individuell zusammenstellen kann. Sie beinhaltet ein Survival-Set und Erste-Hilfe Material, das immer am Körper getragen werden sollte z.B. in den Beintaschen einer Cargohose oder in Zubehörtaschen, die am Gürtel befestigt werden können. 

Im Artikel "Bewährte und erprobte Ausrüstungsteile" sind die wichtigsten Ausrüstungsteile aufgeführt.


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