In diesem Artikel geht es um die Möglichkeiten lebensrettender Kommunikation über Funk im Katastrophenfall oder bei Unfällen und Notfällen im Freizeitbereich in abgelegenen Gebieten wie z.B. bei Wanderungen im Gebirge.

Der technische Fortschritt und günstige Preise für elektronische Geräte, haben dazu geführt, daß immer mehr Menschen ihre Kommunikation über Mobiltelefone und das Internet abwickeln. Auch weniger technisch versierte Menschen nutzen mittlerweile unterwegs ein Smartphone und zuhause einen Internetanschluß, um sich jederzeit und an jedem Ort mit Familienangehörigen, Freunden und Bekannten zu unterhalten.

Aber was ist, wenn die hochtechnisierte Infrastruktur der Telekommunikation einmal ausfällt?

Dazu braucht es nicht einmal großflächige Schadenslagen, wie Erdbeben, Überschwemmungen oder außergewöhnliche Wetterlagen. Sondern eine einfacher Stromausfall reicht aus, z.B. hervorgerufen durch einen Brand in einer Trafostation, um die Stromversorgung für viele Stunden zu unterbrechen. Für viele technische Einrichtungen können nicht in kurzer Zeit Ersatzteile beschafft werden, denn sie wurden extra angefertigt, um an einem bestimmten Ort eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Das betrifft beispielsweise Transformatoren in Umspannwerken für die Stromversorgung; Wenn solch ein Trafo abfackelt, kann der nicht auf die Schnelle ausgetauscht werden, damit die Energieversorgung wieder läuft.

In so einem Fall hieße es von einer Sekunde auf die Nächste: "Kein Netz! Keine Nachrichten, keine Anrufe, keine WhatsApp!" und das normale Telefon ginge auch bald nicht mehr.

Nicht alle Stationen der Mobilfunkanbieter verfügen über eine Notstromversorgung und auch beim analogen Festnetz-Telefon ist nach spätestens einer halben Stunde Schluss, weil die Batterien in den Vermittlungsstellen erschöpft sind.

Funk dagegen, ginge immer! Vorausgesetzt, man hat Daheim noch elektrische Energie zur Verfügung; in Form von Batterien, Akkus, Photovoltaik. Der klassische Funk ist nicht von einer fremden Infrastruktur abhängig, sondern funktioniert so lange, wie noch Strom zum Betrieb der Funkgeräte vorhanden ist.



 

Viele Katastrophen natürlicher Art oder von den Menschen herbeigeführte, können zu Verletzungen oder dem Tod vieler Menschen führen und einer weitreichenden Zerstörung von Gebäuden, Verkehrswegen und Infrastruktur. Die von Erdbeben, Wetterkatastrophen oder terroristischen Anschlägen herbeigeführten Schäden, haben häufig auch einen länger andauernden Ausfall der Stromversorgung zur Folge. Ein Stromausfall, auch in einem eng begrenzten Gebiet, kann dazu führen, daß kein Kontakt zur Aussenwelt mehr möglich ist und somit auch keine Hilfe angefordert werden kann. Selbst wenn das Handynetz noch funktionieren würde, sind die Akkus nach kurzer Zeit erschöpft und können wegen fehlender Stromversorgung nicht mehr aufgeladen werden. Während das konventionelle Telefonnetz (Festnetz) in der Vergangenheit über eine eigene Energieversorgung verfügte, werden heute die meisten Telefone in Deutschland über einen Router betrieben, der an das Stromnetz angeschlossen sein muss.

Deshalb sollte jeder sich Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten zur Verständigung es gibt, wenn es erforderlich ist, im Notfall Hilfe zu rufen oder um wichtige Informationen im Katastrophenfall von der Polizei, Katastrophenschutz-Organisationen oder lokalen Radio- und Fernsehsendern zu empfangen.

Hinzu kommt das Bedürfnis, mit der Familie, Freunden und Bekannten, oder den Nachbarn zu kommunizieren, wenn man von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Wie gesagt, nicht mit dem Smartphone. Vielleicht werden Sie jetzt denken, daß solch eine Situation sehr unwahrscheinlich ist. Sie würden sicherlich mit dem Handy oder Ihrem Festnetz-Telefon einen Notruf absetzen können. Aber zur gleichen Zeit versuchen vielleicht Tausende andere Menschen zu telefonieren und das Netz bricht zusammen oder es dauert Stunden, bis eine Verbindung möglich ist. Das Handynetz wäre überlastet oder wegen des Stromausfalls garnicht mehr vorhanden. Oder der Hilfesuchende befindet sich in einem Gebiet ohne Netzabdeckung, wie es im Wald, im Gebirge oder auf See der Fall sein könnte.

Was wäre, wenn alle Telefone nicht mehr funktionieren und es können auch keine lokalen Radio- oder Fernsehsender empfangen werden, weil kein Strom mehr da ist? Selbst wenn die Rundfunksender noch senden würden, wie würden Sie ihr tragbares Radio betreiben, sobald die Batterien leer sind?

Alle Telefone sind tot, weil die Stromversorgung fehlt oder weil die Leitungen unterbrochen sind. Und vertrauen sie nicht ihren Mitmenschen, vielleicht sind die auch gerade "down"...

Stellen Sie sich vor, wenn Sie ein drahtloses Telefon besitzen oder ein anderes Gerät, das Netzstromversorgung benötigt, daß es nicht mehr funktioniert, wenn der Strom ausgeschaltet ist! Auch wenn das Funktelefon mit Batterien läuft, kann es nicht mehr benutzt werden, weil die Basisstation nicht mehr funktioniert, denn sie benötigt Strom aus dem Stromnetz, sonst kann die Basisstation die Signale vom Funktelefon nicht empfangen.

Angenommen, sie wären gerade im Auto unterwegs und hätten keinen Handyempfang. Wegen eines massiven Wintereinbruchs wäre die Weiterfahrt nicht möglich. Welche Möglichkeiten zu kommunizieren hätten Sie? Sie würden sagen "Ich habe doch ein Autoradio!" Aber wie könnten Sie eine lebensrettende Nachricht aussenden? Welche Möglichkeiten hätten Sie, damit ihr Hilferuf gehört werden kann?

Na gut, Sie haben die Katastrophe überlebt, aber Sie sind immer noch gefangen, soweit die Kommunikation betroffen ist, oder Sie können ihren Standort nicht verlassen. Welche Möglichkeiten haben Sie?

Eine andere mögliche Situation: Sie befinden sich beim Camping weit weg von bewohnten Gebieten. Auf einer Mountainbike-Tour, einer Wanderung oder einem Boots-Trip - und Sie werden von einer Katastrophe oder einer anderen Notfallsituation überrascht. Welche Möglichkeiten gibt es, um Hilfe herbei zu rufen, oder um ihre Angehörigen, Nachbarn und Bekannte zu informieren?

Wenn alle vetrauten Systeme zur Übermittlung von Nachrichten nicht mehr funktionieren, unabhängig davon, wo Sie sich befinden. Was würden Sie tun, um im Falle eines schweren Notfalls Hilfe anzufordern - oder um Informationen zu bekommen, was passiert ist?

Vielleicht ist die Antwort einfacher, als Sie denken...

In Deutschland stehen 3 Frequenzbereiche für den anmelde- und gebührenfreien Funkbetrieb für Hobbyfunker zur Verfügung. Teilweise werden diese Bereiche europaweit und auch ausserhalb Europas genutzt. Die freigegebenen Frequenzen unterscheiden sich hinsichtlich des technischen Aufwandes, der erforderlich ist, um stabile Funkverbindungen über maximale Reichweiten zu ermöglichen.

Ein paar Grundlagen über Funkwellen

Für Funkwellen gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie sie den Weg vom Sender zum Empfänger zurücklegen. In der Hauptsache findet die Ausbreitung der Funksignale über die Bodenwelle statt d.h. die Wellen breiten sich entlang der Erdoberfläche aus und folgen damit mehr oder weniger der Erdkrümmung. Hochfrequenzsignale im Bereich der Kurzwelle können sich über mehrere Hundert Kilometer entlang der Erdoberfläche ausbreiten. Bei höheren Frequenzen, wie im UKW-Bereich, breiten sich die Wellen eher geradlinig, also ähnlich wie Lichtstrahlen aus und es muss theoretisch eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger bestehen, damit eine Funkverbindung zustande kommt.

Notfunk Organisation Bodenwelle Raumwelle
Funkwellen können sich entlang der Erdoberfläche ausbreiten oder durch Reflektion an der Ionosphäre weite Entfernungen zurücklegen.

Eine weitere Ausbreitungsmöglichkeit für hochfrequente Signale ist die Raumwelle. Da eine Antenne nicht nur parallel zum Erdboden abstrahlt, sondern auch nach oben und unten, geht ein Teil der Sendeleistung ungenutzt verloren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es aber so, daß Funkwellen, die scheinbar ungenutzt in den Himmel abgestrahlt werden, von der Erdatmosphäre zurück auf die Erdoberfläche reflektiert werden. Das ist besonders bei der Mittelwelle und Kurzwelle der Fall. Signale im ultrakurz welligen Bereich verfügen über eine höhere Durchdringungsfähigkeit, als Kurzwellen und werden daher seltener von der Atmosphäre zurückgeworfen. Daher ist es möglich, im Bereich der Kurzwelle große Entfernungen mit relativ kleiner Sendeleistung zu überbrücken. Die Ausbreitung über die Raumwelle ist jedoch abhängig von verschiedenen atmosphärischen Bedingungen und daher nicht immer auf der genutzten Frequenz verfügbar.

Der international am weitesten verbreitete Jedermann-Funk ist der CB-Funk im 11-Meterband, das sich im Kurzwellenbereich befindet. Kurzwellen folgen der Erdoberfläche weit über den sichtbaren Horizont hinaus, verfügen aber nur über eine geringe Durchdringungsfähigkeit für feste Materialien, wie Häuserwände oder Berge. Daher ist es schwierig, die Reichweite des Funk auf Kurzwelle zu bestimmen. Auf der einen Seite können problemlos Verbindungen über 50 Kilometer möglich sein, aber gleichzeitig kann ein Mobilfunker im Nachbarort nicht mehr empfangen werden, weil er von einem Hochhaus abgeschattet wird. Ein weiteres Phänomen beim Funkbetrieb im Bereich der Kurzwelle ist, dass wenn die Funkbedingungen für Ausbreitung über Raumwelle gut sind, auf einmal weit entfernte Stationen übermässig stark empfangen werden, so das schwächere Signale im Nahbereich nicht mehr gehört werden.

Die Ausbreitung von Funksignalen über die Raumwelle ist u.a. abhängig von der Aktivität der Sonnenflecken, die sich in einem 11-jährigen Rhythmus ändert. Darauf hatten sich Wissenschaftler bisher geeinigt, aber nun haben sie festgestellt, daß es wohl doch nicht so ist. Nach der herkömmlichen Sichtweise, hatte man erwartet, daß 2013 der Höhepunkt der Sonnenaktivität gewesen wäre, aber der ist ausgeblieben. Stattdessen hat es 2015 ein weiteres Maximum der Sonnenaktivität gegeben und man hat festgestellt, daß die Theorie vom 11-Jahres-Rhythmus sich um 1 oder 2 Jahre verschieben kann.

Die beiden anderen Funkbereiche, die in Deutschland für Jedermann freigegeben sind, liegen im Bereich der Ultrakurzwelle, oder genauer VHF (very high frequency) und UHF (ultra high frequency). Das Freenet im 2m-Band und der PMR-Funk im 70cm-Band. Die Wellenausbreitung in diesen Frequenzbereichen erfolgt hauptsächlich über die Bodenwelle. Der Raumwelle kommt hier fast keine Bedeutung zu. Diese Wellen verfügen über eine gute Durchdringungsfähigkeit fester Körper, aber die Ausbreitung geht kaum über den sichtbaren Horizont hinaus. Die Kommunikation im Nahbereich ist also sehr stabil und mit guter Qualität durchführbar, aber die Reichweite für Fernverbindungen stark begrenzt.

Es ist also nicht so einfach, sich zu entscheiden, welches Funksystem im Falle einer WSHTF-Situation am besten geeignet ist. Ich denke, es sollten mindestens zwei sein. Entweder CB-Funk und Freenet oder CB-Funk und PMR446. Mittlerweile kann man auch günstig Geräte erwerben, die in allen Bereichen funktionieren, aber deren Betrieb ist in Deutschland nicht zugelassen. Deshalb muss jeder für sich selbst die Entscheidung treffen, wo man den Schwerpunkt setzt. Will man die Geräte auch im Alltag und im Sinne der Freizeitgestaltung nutzen, kommt man nicht daran vorbei, sich drei oder vier einzelne Funkgeräte anzuschaffen. Für jemand, der nur eine Lösung für den Worst-Case sucht, kommt auch ein Multiband-Gerät in Frage, daß ich schon für ca. 300 Euro-Dollar gesehen habe, denn in einer Krisensituation und wenn es darum geht, lebensrettende Hilfe anzufordern, kommt es nicht darauf an, ob der Betrieb dieses Gerätes in Deutschland verboten ist, oder nicht.

Es ist nicht viel, was man nach einer Katastrophe erreichen kann, ohne Möglichkeiten zu kommunizieren und so sollten Sie überlegen, wie Sie vorbereitet sind, um Notfallhilfe anzufordern.

In einer Notsituation, in der es um Leben oder Tod geht, ist Alles möglich! Jedes Gerät, das in der Lage ist, zu senden, kann benutzt werden, um einen Notruf zu senden. Die Betonung im letzten Satz liegt auf "senden". Wenn es darum geht, lebensrettende Hilfe in einer Notfall-Situation anzufordern, sollte es legitim sein, jeden verfügbaren Sender oder jede Frequenz zu nutzen um lebensrettende Hilfe anzufordern. Das Problem ist jedoch, daß vielleicht niemand zuhört, wenn Sie ihren Notruf aussenden. Aber wenn Sie wenigstens schonmal wüssten, wie man ein Funkgerät bedient. Sie sollten ein Sendegerät für das Absetzen eines Notrufs benutzen, das möglicherweise auch von jemand gehört wird. Ein verlassener Streifenwagen, ein Feuerwehrauto, ein Taxi oder ein LKW könnten ein Funkgerät eingebaut haben, das vielleicht noch funktioniert und es könnte ein Leben davon abhängen, daß Sie versuchen, es für einen Hilferuf zu benutzen.

Die beliebtesten Funkdienste, die jeder ohne eine Lizenzprüfung nutzen kann, sind weiter unten beschrieben. Zusätzlich gibt es lizensierte Amateurfunker, die ebenfalls aktiv sein werden, um im Katastrophenfall die drahtlose Kommunikation aufrecht zu erhalten. Jedes dieser Funksysteme hat Vor- und Nachteile. Die muss jeder für sich selbst abwägen und durch eigene Recherche herausfinden, welches Funksystem für die individuellen Anforderungen an einem bestimmten Ort am Besten geeignet ist.

Quelle / Source: With Thanks to Don Butler for his article
 Emergency Radio Communications for All or Anyone in Times of Disaster!

Frequenzen (Funkbereiche), die in Deutschland ohne Amateurfunk-Lizenz für Funkbetrieb genutzt werden dürfen

Freenet-Funk • 149,021875 — 149,115625 MHz

Der Freenet-Funk wurde auf Drängen der Firma Motorola von der Bundesnetzagentur in einem Bereich des früheren Mobilfunk-B-Netzes freigegeben. Dabei handelt es sich um 18 Kanäle im "2-Meter-Band" von denen 6 für analogen und digitalen Betrieb genutzt werden können und die restlichen 12 nur digital. Die effektive Strahlungsleistung beträgt 0,5 Watt. Externe Antennen sind nicht erlaubt, obwohl bei den meisten Freenet-Funkgeräten die Stabantenne über eine Antennenbuchse angeschlossen wird, damit man sie bei Beschädigung austauschen kann. Dabei ist zu beachten, dass es im Handel längere Antennen zum Aufschrauben gibt, deren Betrieb an einem Freenet-Gerät aber nicht erlaubt ist, weil sich die Strahlungsleistung dadurch über den genehmigten Wert hinaus verbessert.

Die Bundesnetzagentur (RegTP) hat den Freenet-Funk nicht ausschließlich für Hobbyfunk freigegeben, sondern ausdrücklich auch für gewerblichen Betriebsfunk, was dazu führen kann, dass Kanäle über einen längeren Zeitraum belegt sind.

Ein Selektivrufverfahren (Sub-Audio-Ton-Squelch) macht es möglich, verschiedene Benutzergruppen einzurichten. Das sendende Gerät öffnet durch einen mitgesendeten unhörbaren Signalton die Rauschsperre des empfangenden Gerätes, das die gleiche Codierung eingestellt hat. Der übrige Funkverkehr ist für die Empfänger innerhalb einer Benutzergruppe nicht hörbar. Er kann aber von allen Funkteilnehmern, die keinen Selektivruf eingestellt haben, mitgehört werden. Es handelt sich also nicht um eine Verschlüsselung; denn jeder kann den Funk mithören, wird aber beim Senden von den Geräten mit eingestelltem Sub-Audio-Ton-Squelch nicht durchgelassen.

Die Reichweite im Freenet-Bereich wird mit durchschnittlich 6-10 Kilometern angegeben. Bei erhöhten Standorten z.B. von einem Berggipfel können sogar 20-30 Kilometer Reichweite überbrückt werden. Von den Hersteller- oder Händlerangaben bezüglich der Reichweiten, sollte man sich nicht täuschen lassen, die sind zu Werbezwecken unter idealen Bedingungen ermittelt und können daher, je nach Geländebeschaffenheit stark abweichen. Ich gehe einmal davon aus, dass alle Geräte die erforderliche Sendeleistung bringen und dass die Reichweite hauptsächlich vom Empfänger bestimmt wird, denn dort wird meistens gespart - sowie auch an der Antenne, da gilt; je länger um so besser und sorgfältig abgestimmt sein sollte sie auch.

Der Freenet-Funk wäre wegen des geringen technischen Aufwands und guter Reichweiten die beste Möglichkeit, um ein Notfunk-Netz zu errichten. Wenn aber mit einer Fluchtsituation über die Grenzen Deutschlands hinaus zu rechnen ist, ist Freenet unbrauchbar, weil die Nutzung im Ausland, anders als beim PMR-Funk, noch nicht europaweit harmonisiert ist.

PMR446 • 446,003125 — 446,196875 MHz

PMR-Funkgeräte dürfen in den meisten Ländern Europas anmelde- und gebührenfrei betrieben werden und sind sogar im Mittleren Osten und in Afrika verbreitet. Damit gehören sie weltweit zu den meistverkauften Funkgeräten. In Deutschland müssen die Geräte über ein CE-Zeichen verfügen. Meistens handelt es sich um Handfunkgeräte mit fest angebauter Antenne, deren effektive Strahlungsleistung 0,5 Watt nicht übersteigen darf. Der Frequenzbereich liegt im 70-cm-Band, dort stehen 16 Kanäle zur Verfügung, von denen jeweils 8 für analogen und für digitalen Funkbetrieb zur Verfügung stehen. Die Reichweiten sind unterschiedlich, da sich die Funkwellen nur wenig an die Erdkrümmung anpassen, sind Verbindungen nur in Quasi-Sichtentfernung möglich. Das kann von einem höher gelegenen Punkt oder in flachem Gelände durchaus über 10 Kilometer sein, in stark bebautem Gebiet dagegen nur wenige Hundert Meter. Ein Pilottonverfahren ermöglicht es, Benutzergruppen zu bilden in denen nur Geräte empfangen werden, die die gleiche Codierung benutzen und der übrige Funkverkehr ausgeblendet wird. Der PMR-Funk darf, und wird auch für Betriebsfunk verwendet, wie z.B. Motorrad-Fahrschulen und Kräne auf Baustellen oder von Sicherheitsdiensten. Die Geräte sind preiswert im Elektrohandel und Baumärkten erhältlich. Über Gateways, die das Funksignal ins Internet einspeisen und an einem anderen Ort wieder aussenden, sind sogar weltweite Verbindungen möglich. Eine technische Spielerei, die für Prepper und Notfunk-Anwendungen eher nebensächlich ist, weil wir davon ausgehen, daß der Zugang zum Internet im Katastrophenfall nicht möglich sein wird.

In einigen europäischen Ländern gibt es bereits Konzepte und Organisationen, die PMR446 für Notfunk-Zwecke etablieren. Unter anderem in Frankreich, Spanien und Portugal, sowie in skandinavischen Ländern werden festgelegte PMR-Kanäle von der Polizei, der Bergwacht oder Rettungsdiensten abgehört, damit Touristen, die in abgelegenen Gebieten in eine Notfallsituation geraten, Hilfe anfordern können. So z.B. die  Initiative "Canal 7-7" für Bergwanderungen auf Teneriffa.

Trotz der restriktiven technischen Beschränkungen, empfehle ich den PMR446-Funk, wegen seiner großen Verbreitung, als die erste Wahl für ein Notfunk-Netz in einem von der Fläche her begrenzten Gebiet.

Der PMR-Funk sollte nicht verwechselt werden mit LPD, den "Low Power Devices":

LPD-Funk • 433,050 — 434,790 MHz

Im Frequenzbereich von 433,075 MHz bis 434,775 MHz stehen 69 Kanäle für den Sprechfunk in Deutschland, Österreich und den Niederlanden für Jedermann zur Verfügung. Dort darf mit einer effektiven Sendeleistung von 10 mW gesendet werden. Daher ist die Reichweite im LPD-Funkbereich erheblich geringer als bei PMR446 und weil dieser Bereich auch von anderen Diensten wie drahtlosen Kopfhörern, Funkthermometern oder Babyruf-Empfängern genutzt wird, leidet der Sprechfunk in diesem Bereich unter starken Störungen, weshalb die Bundesnetzagentur empfiehlt, dieses Frequenzband nicht mehr mit Sprechfunkgeräten zu benutzen. Da aber immer noch LPD-Funkgeräte in Spielzeug-Qualität angeboten werden, sollte man bei der Anschaffung eines PMR-Funkgerätes darauf achten, nicht versehentlich ein LPD-Gerät zu kaufen.

CB-Funk • 26,565 — 27,405 MHz

Heilloses Durcheinander, keine Ordnung, alle wollen zur gleichen Zeit senden, starke Störungen und vulgäre Sprache, ist das, was viele mit dem CB-Funk verbinden. Aber so schlecht, ist der älteste Jedermann-Funkbereich dann doch nicht. Die Bedingungen im 11-Meter-Band sind sehr stark abhängig von der Sonnenflecken-Aktivität. Es gab Zeiten, da konnten mit 4 Watt Leistung Reichweiten von 800 Kilometern erzielt werden. Die Folge davon war, daß man Funker im Nachbardorf nicht mehr hören konnte, weil sie von Stationen aus Italien, Portugal oder gar Brasilien übertönt wurden, die mit ihren Endstufen im Kilowatt-Bereich alles plattbügelten. Die Ausbreitung der Funkwellen im 11-Meter Citizen Band findet sowohl über die Bodenwelle, als auch über die Raumwelle statt.

In Deutschland sind 80 Kanäle für den CB-Funk freigegeben. Auf den Kanälen 1–40 ist das Funken in den Betriebsarten AM (Amplitudenmodulation) und FM (Frequenzmodulation) mit 4 Watt gestattet, sowie mit 12 Watt PEP in SSB (Einseitenbandmodulation). Auf den Kanälen 41–80 ist FM mit 4 Watt erlaubt. Die Funkfrequenzen im 11-Meter-Band sind weitgehend europaweit nach dem CEPT-Standard harmonisiert, in den meisten Ländern Europas stehen 40 Kanäle für den Betrieb in AM, FM (4 Watt) und SSB (12 Watt) zur Verfügung. Meistens dürfen in Deutschland zugelassene CB-Funkgeräte auch im Ausland betrieben werden.

Verbindungen über 50 Kilometer sind im CB-Funk zwischen Heimstationen eigentlich immer in guter Qualität möglich. - Aber gegen die Verwendung des CB-Funk in einer Fluchtsituation spricht der hohe technische Aufwand. Eine Viertelwellen-Antenne im 11-Meter-Band hat eine Länge von 275 Zentimetern. Am Auto befestigt, ist das gerade noch machbar, aber nicht am Handfunkgerät. Im Vergleich dazu ist der Viertelwellenstrahler im Freenet um die 50 cm lang. Der CB-Funk ist also eine gute Lösung, so lange man in der Wohnung ist, oder mit dem Auto unterwegs ist.

Personelle Organisation im Notfunk-Netz

Beachten Sie, daß die hier vorgestellten Funkbereiche begrenzt sind in Sendeleistung und Reichweite. In Ballungsgebieten, kann im Katastrophenfall mit einer Überfüllung der Frequenzen gerechnet werden. Bei begrenzten Kommunikationsmöglichkeiten müssen Ketten gebildet werden, um Nachrichten über weitere Entfernungen zu übermitteln.

Weil es wenig finanziellen und technischen Aufwand erfordert, sich PMR446 oder Freenet-Funkgeräte anzuschaffen, empfehle ich, im Bereich der näheren Nachbarschaft oder im Stadtviertel mit dem Aufbau einer Notfunk-Organisationstruktur zu beginnen. Erforderlich dazu ist, daß Ihre Nachbarn sich entsprechende Funkgeräte anschaffen und ständig einen bestimmten Funkkanal beobachten, für den Fall, daß die herkömmlichen Kommunikationsmöglichkeiten außer Betrieb sind. PMR446 und Freenet-Funkgeräte sind handlich und können ohne große Umstände immer mitgeführt werden z.B. befestigt am Gürtel oder in der Hand gehalten. Diese batteriebetriebenen Geräte können einige Häuserblocks oder ein kleine Ortschaft abdecken. Jeder Nachbar, oder soviele Menschen wie möglich, kaufen sich ein oder mehrere PMR-Funkgeräte. Meistens werden sie preisgünstig paarweise verkauft, im Online-Handel oder bei lokalen Händlern.

Es muß sichergestellt werden, daß ein festgelegter Anruf- oder Notrufkanal "Rund um die Uhr" beobachtet wird. Das kann nach einem Rotationsprinzip organisiert werden. Um die Beobachtung der Notruf-Frequenz zu erleichtern, kann ein Subton festgelegt werden z.B. PMR-Kanal 7 mit Subton 7, damit der übrige Funkverkehr ausgeblendet wird. Dadurch ist sichergestellt, daß ein Notruf nicht im alltäglichen Funkverkehr untergeht. Der Beobachter der Frequenz hört nur Nachrichten, die auch wirklich wichtig sind und ist sofort aufmerksam, wenn eine wichitge Nachricht gesendet wird.

Zeitliche Planung für die Notfunk-Organisation

Ist man im Katastrophenfall von der Aussenwelt abgeschnitten und die Energieversorgung unterbrochen oder jemand befindet sich in der Wildnis, fernab von der Zivilisation, ist es wichtig, Strom zu sparen, weil es keine Möglichkeit gibt, verbrauchte Akkus aufzuladen und es mit tragbaren Solarmodulen, selbst unter südlicher Sonne, sehr lange dauert bis ein kleiner Geräte-Akku gefüllt ist.

Daher ist es nicht möglich, permanent emfangsbereit zu sein oder ständig Notrufe zu senden, die auch gehört werden sollen. Für die Kommunikation über Funk ist daher eine Regelung nötig, wie im Notfall am Effektivsten vorgegangen wird. Genau, wie es Notfallpläne für eine Vielzahl von Krisenlagen gibt, die aus Erfahrungen aus zurückliegenden Katastrophen oder in Übungsszenarien entwickelt wurden, gibt es auch Regeln für den Funkverkehr. Die wichtigste ist die "3er-Regel", ein Sendeplan "Radio Schedule", oft auch SKED genannt.

Als einfach zu merkende Gedächtnisstütze hat sich die 3er-Regel als Standard durchgesetzt. Darin ist festgelegt:

  • Zeitliche Koordination, damit alle wissen WANN,
  • Frequenzplan um zu wissen WO,
  • Einstellungen am Funkgerät um zu wissen WIE,

gesendet und empfangen werden soll.

Der 3-3-3 Radio Plan legt fest, "wann, wo und wie" Funkverbindungen in Überlebenssituationen herzustellen sind. Das Verfahren ist ganz einfach:

1. Schalten Sie alle 3 Stunden das Funkgerät ein!

Angefangen bei 0:00 Uhr, 03:00 Uhr, 06:00 Uhr, 09:00 Uhr usw. Für Funkverbindungen in der näheren Umgebung, beachten Sie die örtliche Uhrzeit, jeweils zur vollen Stunde, alle drei Stunden.

2. Auf Kanal 3!

CB-Funk in Europa

  • Kanal 3, Betriebsart FM = 26,985 MHz
  • Kanal 33, Betriebsart USB = 27.335 MHz (EU, CEPT Emergency Channel)
  • Internationale Anruffrequenz: 27.555 MHz USB (illegal in Deutschland - aber gut besucht)

Freenet-Funk in Deutschland

  • Kanal 3 = 149,0500 MHz

PMR-Funk in Europa

  • Kanal 3 = 446,03125 MHz
3. Für mindestens 3 Minuten!

Wenn Sie selbst keinen Notruf senden müssen, schalten Sie trotzdem das Funkgerät ein und achten darauf, ob Sie Notrufe von anderen Stationen hören, die Sie evtl. an Rettungsdienste, Hilfsorganisationen oder Sicherheitsbehörden weiterleiten können. Sobald Sie eine Funkverbindung hergestellt haben, wechseln Sie mit ihrem Gesprächspartner auf eine andere Frequenz, damit der Notfruf-Kanal für evtl. weitere Notrufe frei bleibt.

Sind Sie im Zweifel, ob Ihre Uhr noch richtig geht, kompensieren Sie das, in dem Sie das Gerät länger eingeschaltet lassen, vor und nach jeder 3. Stunde. Notfalls versuchen Sie einen Radiosender auf Mittelwelle oder Kurzwelle zu empfangen, denn dort wird meistens zur vollen Stunde eine Stationskennung und ein Zeitzeichen gesendet.

In vielen Beschreibungen und Frequenzlisten finden sich Angaben wie AM, FM, USB, LSB, dabei handelt es sich um verschiedene Modulationsarten, in welche Art von Hochfrequenzsignal die in das Mikrofon gesprochene Sprache (Modulation), vom Funkgerät umgewandelt wird. Es ist wichtig, dass bei beiden Geräten die gleiche Modulationsart eingestellt ist, weil sonst das ausgesendete Signal zwar empfangen, aber nicht verstanden werden kann, selbst wenn beide Geräte auf der selben Frequenz arbeiten. Achten Sie deshalb darauf, ob sich am Funkgerät ein MODE-Schalter befindet.

PMR446 und deutsche Freenet-Funkgeräte arbeiten nur in der Betriebsart FM (Frequenzmodulation), so dass in diesen Bändern keine Einstellung der Modulationsart erforderlich ist. Ältere CB-Funkgeräte arbeiten oft auch nur in FM, ebenso die meisten kommerziellen Funkgeräte von Sicherheitsbehörden, Betriebsfunkgeräte etc. so dass dort keine Auswahl möglich ist. Ebenso beim Flugfunk, der jedoch in AM (Amplitudenmodulation) abgewickelt wird.

Neuere CB-Funkgeräte und auch Geräte für den Amateurfunk bieten zusätzlich die Möglichkeit der Einseitenband-Modulation (SSB) die sich in das obere Seitenband (USB) und das untere Seitenband (LSB) aufteilt. Bei CB-Funkgeräten mit SSB-Funktion findet der Funkverkehr überwiegend in USB statt.

Vorteile des 3-3-3 Funkplan
  • Die "3er-Regel" ist leicht zu merken.
  • Wertvolle Akku-Kapazität wird eingespart.
  • Alle Teilnehmer im Notfunk-Netz sind gleichzeitig sende- und empfangsbereit.
  • Es besteht 8 Mal pro Tag die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.
  • Unnötige Belastung oder Unterbrechungen des Alltag-Lebens werden vermieden.
  • Kurze Funk-Kontakte erzielen optimalen Erfolg und Sicherheit.
  • 3 Stunden erlauben ausreichende Ruhezeiten in Survival-Situationen.
  • Die Strecke, die zu Fuss in 3 Stunden zurückgelegt werden kann, entspricht der durchschnittlichen Reichweite von Handfunkgeräten.
  • 3-3-3 ist kompatibel mit anderen Plänen, wie dem 3·2·1-Plan.

Dreier-Regeln gelten auch für andere Bereiche in Survival-Situationen:

  • Du kannst 3 Minuten mit einer schweren Blutung, ohne Atemluft (Sauerstoff), in eiskaltem Wasser, überleben.
  • 3 Minuten kannst Du in einer lebensfeindlichen Umgebung, mit extremer Kälte oder Hitze, ohne Schutz überleben.
  • Ohne Trinkwasser kann der Mensch 3 Tage überleben, vorausgesetzt, es ist Schutz vor einer lebensfeindlichen Umgebung gegeben.
  • Ohne essbare Nahrungsmittel können 3 Wochen überlebt werden, wenn Trinkwasser und Schutz vor der Umgebung vorhanden sind.
  • 3 Monate ohne Hoffnung auf Rettung...
Regelungen für den Amateurfunk

In den Amateurfunk-Bändern wird meistens mit direkter Eingabe der Funkfrequenz operiert und weniger mit Kanal-Nummern. Ein Kanal ist meistens nur eine Frequenz, die einem speziellen Zweck dient. Weltweit wird von Funkamateuren häufig 146,520 MHz in FM als Anruffrequenz für Notrufe in von Katastrofen betroffenen Gebieten genutzt.

Nach dem, was die "Internationale Amateur Radio Union" (IARU) empfiehlt, und Informationen, die im Internet zu finden sind, sollen folgende Frequenzen als Notruffrequenzen in den VHF/UHF-Bändern benutzt werden:
In Deutschland hauptsächlich 145,500 MHz in FM als mobile Anruffrequenz im 2-Meterband und im 70cm-Amateurband 433,500 MHz als internationale Anruffrequenz, sowie 434,000 MHz in D/A/CH. Zusätzlich werden genannt: 145,525 MHz und 145,550 MHz (alle in FM). Außerdem in USB 144,260 MHz.

Weil es im Bereich des lizensierten Amateurfunks, bereits umfangreiche Bestrebungen gibt, Notfunk-Konzepte zu entwickeln, verzichte ich darauf, diese hier vorzustellen und ich beschränke mich darauf, Maßnahmen zu empfehlen, die für technische Laien, also für Jedermann nachvollziehbar sind. In den USA, in Großbritanien und in einigen südeuropäischen Ländern gibt es bereits fortgeschrittene Notfunk-Konzepte, die es wert sind, daraus internationale Standards für die Funk-Kommunikation im Krisenfall zu entwickeln.


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