Im Rahmen der Schutz- und Sicherheitsaufgaben eines Sicherheitsdienstes nimmt der Verkehrsdienst einen hohen Stellenwert ein. Bei Betrieben mit großen Verkehrsflächen und hohem Verkehrsaufkommen wird ein eigener Verkehrsdienst eingerichtet. Sinn und Zweck der Verkehrsregelung und –überwachung ist es, den Verkehr auf dem Betriebsgelände sicher abzuwickeln, um Unfälle und Betriebsstörungen zu vermeiden.

Es wird zwischen drei Arten von Verkehrsflächen unterschieden:

Öffentlich-rechtliche Verkehrsflächen:

Bereiche die für jedermann frei zugänglich sind und flächenmäßig dem Land / Bund oder Städten und Gemeinden gehören. Hierzu zählen Straßen, Landstraßen, Autobahnen und öffentliche Plätze.

Tatsächlich öffentliche Verkehrsflächen:

Private Flächen deren Besitzer die Nutzung durch jedermann erlaubt. Zum Beispiel Bahnhöfe, Tankstellen, Parkhäuser und Einkaufszentren.

Private Verkehrsflächen:

Befriedetes Besitztum dessen Benutzung nur mit ausdrücklicher Genehmigung erlaubt ist. Vor allem zählen dazu Werksgelände. Während der Sicherheitsmitarbeiter auf öffentlich-rechtlichen Verkehrsflächen nur Fahrzeuge einweisen oder vor Gefahrenstellen warnen darf, kann er auf tatsächlich-öffentlichen und privaten Verkehrsflächen eine umfassende Verkehrsregelung nach den Regeln der StVO vornehmen. Zu den Aufgaben des Verkehrsdienstes gehört neben der Regelung des innerbetrieblichen Verkehrs auch die Kontrolle der Verkehrsflächen und –anlagen. Der Unternehmer ist verpflichtet die Verkehrsflächen in einem ordnungsgemäßen Zustand zu erhalten, um eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer auszuschließen. Der Sicherheitsdienst hat die Einhaltung dieser Regelung zu überwachen. Dazu obliegen dem Sicherheitsdienst die folgenden Kontrollaufgaben: Kontrolle der Verkehrsflächen, Kontrolle der Verkehrszeichen, Kontrolle von Fahrzeugen, Verkehrsüberwachung

Kontrolle der Verkehrsflächen

Zur Vermeidung offensichtlicher Gefahren für Personen auf dem Werksgelände hat der Werkschutzmitarbeiter regelmäßige Kontrollen an den Verkehrsflächen vorzunehmen. Der mit dem Verkehrsdienst beauftragte Sicherheitsmitarbeiter überprüft den Zustand der Oberfläche von Fahrbahnen und Gehwegen und veranlasst, dass Schäden umgehend ausgebessert werden. Dabei richtet der Sicherheitsmitarbeiter besonders sein Augenmerk auf Schlaglöcher, Absenkungen der Fahrbahndecke und die Einhaltung von Markierungen und Sperrflächen. Die frühzeitige Erkennung und Beseitigung von Gefahrenzuständen, wie auslaufendes Benzin oder verkehrsbehindernd geparkter Fahrzeuge an unübersichtlichen Stellen trägt wesentlich zu einer Erhöhung der Sicherheit auf dem Firmengelände bei. Beschädigte Bereiche, die eine Gefährdung von Personen und Fahrzeugen darstellen und nicht zeitnah behoben werden können, sind bis zur Reparatur abzusperren. Ebenso ist eine ausreichende Beleuchtung des Betriebsgeländes ein wichtiger Faktor für die Erhöhung der Sicherheit. Defekte Beleuchtungskörper müssen an die für Reparaturen zuständige Abteilung gemeldet werden. Bei Schnee und Glatteis ist vom Sicherheitsmitarbeiter darauf zu achten, dass der Räum- und Streudienst ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Kontrollaufgaben bei Verkehrszeichen

Das Aufstellen von Verkehrszeichen im Sinne der StVO ist ein Mittel zur Verkehrssicherung. In Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für Arbeitssicherheit führt der Sicherheitsdienst regelmäßig Verkehrsbegehungen durch und überprüft den Zustand der Verkehrszeichen auf dem Firmengelände und veranlasst ggfs. deren Ausbesserung oder den Austausch. Weiterhin ist die Zweckmäßigkeit eventuell überflüssig gewordener Verkehrszeichen zu prüfen, sowie auch die Erfordernis, ob neue Verkehrszeichen aufgestellt werden müssen.

Verkehrsüberwachung

Im Rahmen seiner Fürsorgepflicht, um Schäden an Mitarbeitern oder Besuchern des Betriebsgeländes abzuwenden, muss der Arbeitgeber den Sicherheitsdienst mit der Verkehrsüberwachung beauftragen. Der Sicherheitsdienst kontrolliert dann die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und der innerbetrieblichen Verkehrsregelungen. Die Arten des Verkehrs lassen sich in drei Bereiche mit jeweils unterschiedlichen Überwachungsaufgaben unterteilen: Beim fließenden Verkehr wird die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und Einschränkungen des Verkehrs bei Baustellen, Gefahrenstellen und an den Ein- und Ausfahrten des Werksgeländes kontrolliert. Beim arbeitenden Verkehr steht die Kontrolle der Absicherung im Vordergrund. Dazu zählt z.B. die Überwachung des Ladeverkehrs. Bei der Kontrolle des ruhenden Verkehrs wird sichergestellt, dass die gekennzeichneten Feuerwehr- und Notarztanfahrtzonen, Rettungswege und sonstige Sicherheitszonen freigehalten werden. Ebenso ist die Einhaltung der Parkordnung auf Mitarbeiter- und Besucherparkplätzen und die ordnungsgemäße Nutzung zugewiesener Stellplätze sowie das Freihalten von Zu- und Abfahrten von Bedeutung. Kontrollaufgaben bei Fahrzeugen An den Ein- und Ausfahrten zum Betriebsgelände ist die Verkehrssicherheit der passierenden Fahrzeuge sicherzustellen. Die Fahrer sind auf offensichtliche Mängel an den Fahrzeugen und der Beladung hinzuweisen. Besondere Kontrollen hinsichtlich der Verkehrssicherheit und Kennzeichnung sind bei Gefahrguttransporten erforderlich. Auch die Überwachung von Be- und Entladearbeiten fällt in den Aufgabenbereich des Verkehrsdienstes.

Aufgaben bei Verkehrsunfällen

Unvorhersehbare Ereignisse lassen sich nie ausschließen, so dass es auch zu Unfällen auf den überwachten Verkehrsflächen kommen kann. Zur Aufgabe des Sicherheitsmitarbeiters gehört die Unfallaufnahme bei Blech-, Bagatell- und sonstigen Schäden. Bei Unfällen mit Personenschäden muss die Polizei verständigt werden und der Sicherheitsmitarbeiter ist nur unterstützend tätig. Zur Verkehrsunfallaufnahme sind immer zwei Sicherheitskräfte erforderlich. Für eine zügige Abwicklung der Aufgaben und umsichtiges Auftreten am Unfallort ist die vorherige Absprache der Aufgabenteilung unabdingbar. Folgende Hilfsmittel sollten dem Sicherheitsmitarbeiter für die Unfallaufnahme zur Verfügung stehen: Technische Ausstattung: • Streifen-Kraftfahrzeug • Absperrmaterial (Warndreieck, Leitkegel, Flatterleine, Blinkleuchte) • Fotoausrüstung (Camcorder, Digitalkamera, Sofortbildkamera, Autofocus-Kamera) • Erste-Hilfe-Kasten • Bandmaß • Meterstab • Planmessquadrat • Ölkreide • Nummerntafel-Satz • Reifenprofilmesser • Bindemittel Organisatorische Ausstattung: • Klemmbrett • Schreibutensilien • Melde- u. Befragungsvordruck • Millimeter- oder kariertes Papier für Unfallskizze • Musterskizzen Bei den Aufgaben im Falle eines Unfalls wird zwischen Erst- und Folgemaßnahmen unterschieden: Die Erstmaßnahmen beginnen damit, dass die Sicherheitsmitarbeiter sich einen Überblick über die Unfallstelle verschaffen. Sofort im Anschluss daran muss die Unfallstelle ordnungsgemäß abgesichert werden, damit unbeteiligte Personen und Fahrzeuge nicht gefährdet werden. Unmittelbar danach ist festzustellen ob Personen verletzt worden sind. Diesen sollte Erste Hilfe geleistet werden. In diesem Fall ist auch die Polizei zu verständigen.

Folgemaßnahmen an der Unfallstelle

Um den Verkehrsfluss möglichst bald wiederherzustellen, sollte eine schnelle Räumung der Unfallstelle angestrebt werden. Die Personalien von Beteiligten und Zeugen sind aufzunehmen und ein Verkehrsunfallaufnahmebogen anzufertigen. Anschließend muss der Fahrzeugstand mit Kreide auf der Fahrbahn markiert und Unfallspuren gesichert werden. Zur weiteren Dokumentation sind Fotos anzufertigen, auf denen die folgenden Details erkennbar sein sollten: Übersichtsaufnahmen: nicht veränderbare Punkte wie Hauskante, Straßen-laterne, Oberflurhydranten und Ähnliches. Detailaufnahmen von einzelnen Beschädigungen, Spuren (gekennzeichnet mit Nummerntafeln), Bremsspuren (markiert mit einem Planmessquadrat oder einem Meterstab). Anschließend ist eine Handskizze, auf der der Stand der Fahrzeuge verzeichnet ist, anzufertigen. Sobald die Messpunkte gesichert sind und alle Fakten des Unfalls feststehen, kann die Unfallstelle geräumt werden. Folgemaßnahmen nach der Räumung der Unfallstelle Eine Befragung von Beteiligten und Zeugen des Unfalls muss durchgeführt werden. In einfachen Fällen können die Beteiligten selbst einen Bericht verfassen. Unter Verwendung des Verkehrsunfallaufnahmebogens ist der Unfallbericht zu komplettieren. Die Fotos der Unfallstelle werden auf einer Bildtafel angeordnet. Nach dem Dreieckmessverfahren wird die Unfallstelle vermessen. Um den Werksverkehr nicht zu behindern und um selbst genauer arbeiten zu können, sollte das Vermessen in der betriebsschwachen Zeit durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Vermessung werden in eine Unfallskizze umgesetzt. Weil die Regulierung von Verkehrsunfällen bei unklarer Sachlage den jeweiligen Rechtsanwälten übergeben wird und damit hohe Kosten verursacht, bewährt sich eine exakte Vorgehensweise bei der Unfallaufnahme. Nur bei einer professionell ausgeführten Arbeit ist sichergestellt, dass bei einer späteren Gerichtsverhandlung detailierte Fragen zum Unfallhergang wahrheitsgemäß beantwortet werden können.

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