Ibiza - Ciutat d’Eivissa

plaza del parc in eivissa ciutat

In der Gemeinde Eivissa liegt die Inselhauptstadt Ibiza Stadt, nach der die Insel Ibiza benannt ist. Wie meistens auf den spanischen Inseln, wird die Inselhauptstadt nur "Vila" oder "La Villa" genannt und mit "Ibiza" oder "Eivissa" ist die Insel selbst gemeint. Auf Ibiza befindet sich in der Hauptstadt der wichtigste Hafen und bietet daher den Hauptzugang für Waren und Personen zur Insel. Rund um eine Burg, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde, befindet sich der antike Teil der Stadt. Die Gründung der Stadt muss irgendwo im 7. Jahrhundert vor Christus gelegen haben, der Ausbau der Festung von "Dalt Vila", wie sie bis heute erhalten ist, fand unter der maurischen Besetzung zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert nach Christus statt. Mit einer Ausdehnung von 11 Quadratkilometern ist die Gemeinde Ibiza die kleinste der Insel.



Figueretas
preiswerte hotels und apartments am strand von figueretas ibiza
Beliebt bei jung und alt ist der Strand von Figueretas mit zahlreichen Ferienunterkünften direkt an der Strandpromenade.

Figueretas ist ein Vorort von Ibiza, der direkt hinter der Altstadt liegt und vom Zentrum der Inselhauptstadt in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Als einer der ältesten Ferienorte Ibizas verfügt Figueretas über eine große Zahl von Unterkünften in allen Preisklassen. Folgt man der Strandpromenade, ist es nur eine kurze Strecke bis Playa d`en Bossa, daher ist Figueretas nicht nur für Familien, sondern auch für Partygäste sehr beliebt, die eine preisgünstige Unterkunft suchen, von der die Hotspots der Insel gut zu erreichen sind.


Playa d`en Bossa

Einst bekannt als Strand der Reichen und der Schönen wird der Playa d`en Bossa heute von Partytouristen aus ganz Europa angesteuert. Unter mehr als einem Dutzend erstklassiger Hotels, direkt am Strand, finden sich die angesagtesten Partylocations, wie das "Ushuaïa Ibiza Beach Hotel" und das "Hard Rock Hotel Ibiza" und auch Apartment-Unterkünfte für relaxten Partyurlaub, mit den besten DJs der Welt.

Der Platja d'en Bossa gehört teilweise zur Stadt Ibiza und zu Sant Josep de sa Talaia, der flächenmässig größten Gemeinde mit 80 Kilometern Küste, die bis zur Bucht von Sant Antoni reicht.

Ursprünglich habe ich die beschriebenen Strände und Ferienorte, zur besseren Orientierung, zuerst nach Gemeinden sortiert und dann in der Reihenfolge, wie sie vom Hauptort aus zu erreichen sind.

Dem geografischen Verlauf der Küste folgend, muss es daher hier weitergehen mit Es Cavallet in der Gemeinde Sant Josep de sa Talaia.


Sant Josep de sa Talaia

Platja des Cavallet
Platja d`es Cavallet ist ein offizieller Nacktbadestrand auf Ibiza, in der Nähe vom Flughafen.
Platja d`Es Cavallet ist mit einer Länge von mehr als einem Kilometer, einer der größten Strände auf Ibiza.

Der Strand von Es Cavallet ist etwas über einen Kilometer lang und gehört damit zu den größten Stränden auf Ibiza. Er liegt in der Nähe des Flugplatz, daher muß man etwas Flugzeuglärm aushalten, aber für mich ist es einer der schönsten Stränden auf Ibiza, weil er den feinsten und weißesten Sand hat und weil sich wegen seiner Länge, die Leute gut verteilen. Wer es lieber ruhig hat, findet genug abgelegene Plätze, wer mehr Trubel möchte legt sich in die Nähe der Strandbars. Das Wasser am Es Cavallet wird nur langsam tiefer, man kann 50 Meter reingehen und es reicht trotzdem nur bis zu den Knien. Ein bißchen Vorsicht ist geboten, denn der Meeresgrund besteht stellenweise aus glatt gespülten Felsplatten, die etwas rutschig sind. Dazwischen sind aber immer wieder Felder mit Sand, also man muß ein bißchen gucken, wo man hintritt. Weil der Meeresbereich rund um Es Cavallet und dem Salinas-Strand zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, gibt es in Ufernähe viele große bunte Fische zu sehen, die auch sehr zutraulich sind, man benötigt also noch nichtmal eine Taucherbrille, um die Unterwasserwelt zu bewundern. Über Wasser kann man die Felseninsel s`Espalmador, s`Espardell und Formentera sehen und in die andere Richtung Ibiza-Stadt. Im Hinterland verfügt der Strand über einen Dünenstreifen, der zwar aus Naturschutz-Gründen nicht betreten werden sollte, aber wer von der Sonne genug hat oder ein privates Plätzchen sucht, kann sich dahin zurückziehen.


Cala Tarida

Die Cala Tarida ist sehr beliebt bei Familien mit Kindern, weil das Wasser sehr flach abfällt und es ist herrlich klar und leuchtet in türkisen Farbtönen. Der Strand ist 900 Meter lang und im Hinterland gibt es eine Ferienbebauung, die sich gut in die Landschaft einfügt. In der Cala Tarida befinden sich einige Bars und Restaurants, auch mindestens einen Supermarkt habe ich entdeckt. Gleich daneben befindet sich noch ein geheimer Privatstrand und interessante Felsformationen, zu denen der Vater hinschnorcheln kann - und ein umfangreiches Angebot an Wasserspielzeugen, Strandbälle und Tretboote.


Cala Escondida

Die Cala Escondida ist ein geheimer Strand auf Ibiza, sie befindet sich gleich neben dem Partybeach Cala Comte (Platges de Comte) und wie überall auf Ibiza, kann man dort auch Nacktbaden!

Als Wiederholungstäter musste ich im Jahre 2017 nochmal nach Ibiza, aber der Aufenthalt wurde leider überschattet von der Erfahrung, dass man an vielen Orten die Preise einfach einmal verdoppelt hatte. Ägypten und die Türkei waren ja nicht mehr so angesagt, als Reiseziele in diesem Jahr - und so war es natürlich auf Eivissa im September noch proppenvoll. So tragisch wäre das nicht, zwar war in diesem Monat der Meeresspiegel schon recht hoch, so dass man am Strand näher zusammenrücken musste, aber oft waren auch die Preise erhöht. Der Logik der Geschäftsleute folgend "Wenn mehr Nachfrage da ist, können wir auch mehr Geld verdienen" bezahlte man auf einmal 3 Euro für den Kaffee oder das kleine Bier. Und das nicht nur an den angesagtesten Szene-Hotspots, sondern auch an einer unbedeutenden Strandbar, wie in der Cala Escondida!


Platges de Comte
sonnenuntergang am strand von cala comte auf eivissa
Sonnenuntergang an der Cala Comte.

Daneben die Cala Comte (Conta), die Anfang Juni schon recht voll ist, für die, die es etwas lebhafter mögen. Darüber die Gastronomie Sunset Ashram, die neben Essen und Trinken auch einen kleinen Shop bietet, wo frau sich das passenden Hippie-Outfit für den Abend besorgen kann.

Es gibt noch zwei weitere Gastronomien, weiter hinten. In einer befindet sich auch ein Zigarettenautomat, für die, die es nicht lassen können! - In Spanien muss der Kippenkasten übrigens von der Theke freigeschaltet werden, also erst Bescheid sagen!

Die Platges de Comte sind etwas abgelegen. Es fährt ein Boot dorthin von San Antonio, der letzte Bus fährt schon recht früh, ca. 19 oder 20 Uhr. Ohne Mietwagen also schwierig zu erreichen, ausser man lebt auf dem Campingplatz Cala Bassa: von dort sind es nur ungefähr 20 Minuten zu Fuß, falls man sich den Sonnenuntergang noch ansehen möchte...


Cala Bassa

Sehr ruhig und abgelegen liegt der Camping Cala Bassa, ca. 400 Meter vom Strand. Der vordere Bereich wird für Wohnwagen und Wohnmobile genutzt, dahinter ist der Platz für die Zelte in einem schattigen Nadelwald. Das Gelände steigt zum Hang hin leicht an, deshalb ist es in leichten Terrassen angelegt. Es sind keine Parzellen abgeteilt, man kann sich dort niederlassen, wo Platz ist. Allerdings gibt es auch keinen Strom auf dem Zeltplatz und WLAN auch nur unmittelbar an der Bar. Vor der Bar ist eine überdachte Terrasse mit einer Feuerstelle, die zum Grillen benutzt werden kann, es können also mitgebrachte Sachen dort verzehrt werden. Das hat den Vorteil, dass man nicht auf die teuereren Sachen der Bar angewiesen ist und weil sich dort auch zwei Steckdosen an der Wand befinden, trifft sich abends dort das ganze Volk und man bekommt schnell Kontakt zu den anderen Bewohnern. Alles in Allem eine sehr entspannte, ruhige Atmosphäre. Die ruhige Lage des Platzes bringt jedoch mit sich, daß es dort im näheren Umfeld nichts gibt, der erste Bus fährt morgens um 10, der letzte schon abends gegen 19 Uhr, wer also ohne Fahrzeug dorthin kommt, muss ein bißchen Fußweg in Kauf nehmen. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist der Supermercado Es Cucó in Sant Josep de sa Talaia, etwas mehr als 3 Kilometer vom Campingplatz entfernt.

Daneben befindet sich auch eine Bar, die morgens geöffnet hat. Wer also, wie ich, eher zu den Frühaufstehern gehört, kann morgens dort hin wandern; der Weg verläuft zuerst etwas unübersichtlich durch den typisch ibizenkischen Pinienwald und dann ziemlich gradlinig durch Felder und Plantagen bis zur Kreuzung Carrer València / Carrer de Cala Conta. Geht man die Carrer València einen Kilometer nach Nordwesten, ist man schon in Port d`es Torrent, also am Beginn der Bucht von San Antonio und hat nun viele Möglichkeiten für die weitere Gestaltung des Tages zur Auswahl.

Der Preis für den Camping Cala Bassa ist günstig; Anfang Juni 2016 habe ich 18€ bezahlt, für den Zeltplatz und eine Person, inklusive WLAN und Strom, allerdings mit der Einschränkung, daß Beides nur unmittelbar an der Bar verfügbar ist bzw. Strom auch im Waschraum, aber wer will da schon sein Smartphone zum Laden liegen lassen?

Der Camping Cala Bassa ist also gut geeignet für Langzeiturlauber die motorisiert sind, oder auch bereit sind längere Fußwege für den Einkauf in Kauf zu nehmen. Dafür ist es sehr ruhig, morgens stören keine piepsenden Müllautos beim Rückwärtsfahren oder Kehrmaschinen. Dafür hört man vielfältiges Vogelgezwitscher, also Natur pur, es gibt ein paar Wohnhäuser in der Nähe, aber sonst ist rundherum nur Wald und nach einem kurzen Spaziergang ist man an der Cala Conta (Platges de Comte) oder in der Bahia de San Antonio.

baustelle playa cala bassa port des torrent ibiza
Wer würde dort nicht gerne wohnen? Diese Bau-Ruine liegt mitten im Wald zwischen Cala Bassa und Port d`es Torrent auf Ibiza. Ich nehme an, daß diese Baustelle illegal errichtet wurde, denn die Wohnlage ist einfach wunderschön, aber offenbar war niemand in der Lage, das Projekt weiter zu führen.

Der Strand von Cala Bassa liegt in einer faszinierenden Küstenlandschaft, den Höhlenstränden, die zwar sehr schön anzusehen sind, aber den Nachteil haben, dass man das Meer nicht vom Land erreichen kann, weil die Küste sehr steil ist. Weil es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, sich woanders niederzulassen, ist der Strand auch dem entsprechend voll. Proppenvoll, bis auf den letzten Platz und das schon Anfang Juni. Am Zugang zum Strand befinden sich großzügige Parkflächen die im Laufe des Vormittags von einer endlosen Karawane an Miet- und Kleinwagen gefüllt werden. Am Strand liegt dann Handtuch an Handtuch, so dicht, dass es zu einem Balanceakt wird, mal eben an der Wasserlinie entlang zu gehen.

Zum Glück ist es nicht weit vom Camping Cala Bassa zu den Platjes de Comte, zu Fuß ca. 20 Minuten, wenn man den richtigen Weg findet. Dort ist es zwar auch gut besucht, aber etwas aufgelockerter.

Leider hat sich das Landschaftsbild zwischen Cala Bassa und Cala Conta innerhalb eines Jahres insofern geändert, daß im September 2017 drei bis vier Baukräne über der Hügelkette, zwischen dem Hinterland und der Küste, das Panorama bestimmten. Den schnellen, und bequemen Weg, vom Campingplatz zu den Platjes de Comte habe ich nicht mehr finden können, weil an mehreren Stellen im Wald Häuser gebaut wurden, deren großzügige Grundstücke immer weitläufig von Mauern und Zäunen umgeben sind. Damit man nicht mehr durch den Wald spazieren muss, gibt es nun ca. 500 Meter die Carretera de Cala Bassa aufwärts, eine Verbindungsstraße zum Meer. Wer nicht ausschließlich an der Straße entlang wandern will, geht den Weg links vom Campingplatz hinauf und gerät dann an ein großes eingezäuntes Areal. Dort geht man ebenso links herum am Zaun entlang und kommt dann nach 700 Metern auf die Piste zum Meer.


Sant Antoni de Portmany

Obwohl ich schon gefühlte 20 Mal auf Ibiza war, war ich noch nie "richtig" in San Antonio Abad. Als Kind habe ich mal eine Tour mit einem Glasbodenboot unternommen, aber ausser leerer Bierflaschen und Cola-Dosen auf dem Meeresgrund gab es dort nicht viel zu sehen. Doch, ich erinnere mich auch an einen Tintenfisch, der sich schleunigst aus dem Staub machte...

Mittlerweile hat sich natürlich viel geändert; die Menschen auf den Balearen, und auch den Kanaren haben erkannt, daß die Natur ihr Kapital ist. Und so setzen immer mehr Ferienorte auf einen nachhaltigen Tourismus. Die Abwässer werden nicht mehr ungeklärt ins Meer geleitet, an allen Ecken stehen Müll-Container und auf Ibiza fahren sogar Böötchen von der Stadtverwaltung rum, die den Müll auch an unzugänglichen Stellen aufsammeln.

So war einer meiner stärksten Eindrücke 2016, daß das Meer und die Strände viel sauberer sind, als in den Siebzigern. Die Pflanzen- und Tierwelt hat natürlich gelitten. Es gibt kaum noch Seeigel, die Badetouristen auch kaum vermissen werden, aber auch Muscheln, Krabben und anderes Getier ist deutlich weniger geworden. Es dauert eben seine Zeit, bis die Natur sich von den Sünden der Vergangenheit erholt hat. Positiv hervorheben sollte ich, daß es keinen Teer mehr an den Stränden gibt, der in den 70ern und 80er Jahren ein grosses Problem war. Auch der angeschwemmte Plastikmüll ist verschwunden. Naja, es bleiben leider noch die ungeliebten Feuerquallen; die sind leider mehr geworden, als früher, vielleicht rächt sich die Natur auf ihre eigene Art!?

Jedenfalls bin ich Ende Mai ganz bewusst nach San Antonio gefahren und habe mich, als ich aus dem Bus ausgestiegen bin, erstmal tierisch verlaufen. Anstatt den schnellen Weg von der Estació d'Autobusos de Sant Antoni in die Innenstadt zu nehmen, bin ich erstmal über eine Stunde durch echte spanische Gassen gepilgert und dann irgendwo zwischen Café Mambo und Café del Mar am Meer angelangt.

ibiza sant antoni de portmany passeig de la mar das ei des columbus
Wo trifft man sich am Besten in Sant Antonio, wenn man keine Strassennamen kennt? - Richtig, am Ei des Columbus, denn das ist ist ein markanter Punkt für Verabredungen im Zentrum der Stadt.

Garnicht so schlecht, wie sein Ruf, ist San Antonio Abad. Eine der größten Städte Ibiza`s die über 2000 Jahre nicht mehr als ein kleines Fischerdorf war. Schon zur Römerzeit wurde die Bahía de Sant Antoni als Hafen benutzt. Eine Zeitlang war Sant Antoni de Portmany, wie der Ort korrekt auf katalanisch heißt, geächtet als beliebtes Urlaubsziel britischer Fußball-Hooligans, aber inzwischen hat sich die Situation entschärft.

Die Landstraße nach San Antonio führt zunächst durch eine relativ nichtssagende Landschaft und erschreckt zum Schluß den Reisenden, wenn er auf einer Art Stadtautobahn an den Wohnblocks der Vororte vorbei geführt wird. - Aber alles halb so wild! - Im Mai und Juni zeigt sich San Antonio von seiner besten Seite und überrascht den Besucher mit idyllischer Kleinstadt- Atmosphäre. Die Busstation lässt erahnen, wie es hier in wenigen Wochen aussehen wird, viel junges Volk in Flip-Flops und bepackt mit Strandtaschen wuselt hier in den Morgenstunden zwischen Ibicencos auf dem Weg zur Arbeit herum, um herauszufinden, wann und wo der nächste Bus zum Strand geht.

Vom "Ei des Kolumbus" sind es nur ca. 100 m zum Bushof von Sant Antoni, gleich zwischen dem Pacha-Laden und dem Soler-Supermarkt führt ein Fußweg "Carrer de Paris" in wenigen Minuten zur Estación de Autobuses.

Ich schreibe das, weil die Busse, die an der Strandpromenade "Avinguda del Doctor Fleming" entlang fahren, erst am Hotel Palmyra wieder anhalten und das ist schon fast in Cala de Bou und um Einiges weiter weg, als die Busstation.

Weil ich nämlich noch aus einer Zeit stamme, in der es die "Estación de Autobuses" dort noch nicht gab, habe ich mich tierisch verlaufen, als ich das Erste Mal dort gelandet bin. Deshalb bitte nicht durch die Halle gehen und den Haupteingang als Ausgang benutzen, sondern nach dem Aussteigen links an der Haupthalle vorbei und durch das Nebentor; dort geht es direkt zum Strand und in das Zentrum von San Antonio!

Geht man übrigens vom Kolumbus-Ei die Avinguda Portmany entlang, taucht nach ca. 500 Metern ein LIDL-Supermercado auf! Ja, ein richtiger LIDL, wie wir ihn aus Deutschland kennen und eine gute Gelegenheit, um sich mit geistigen Getränken für den Strandtag einzudecken.

Busverbindungen auf Ibiza

Die Linienbusse auf Ibiza sind eine gute Möglichkeit für Low-Budget-Touristen, um die Insel kennen zu lernen. Viele wichtige Ziele sind von der Estación de Autobuses in Sant Antoni de Portmany direkt zu erreichen, so zum Beispiel Cala de Comte (L4), Cala Tarida (L5) oder Cala Bassa (L7). Ausser im Juli und August, fahren die Busse allerdings sehr unregelmässig, man sollte deshalb bis 12 Uhr Mittags an der Estación de Autobuses sein und für die Rückfahrt daran denken, daß der letzte Bus in der Nebensaison oft schon gegen 19-20 Uhr zurück fährt.

Übrigens sollten am Bushof von Sant Antoni de Portmany die Bus-Tickets am Fahrkartenschalter in der Halle gekauft werden. Denn die Busfahrer weigern sich meistens, wegen des großen Andrangs, Fahrkarten im Bus zu verkaufen. Dabei ist zu beachten, daß es für die einzelnen Buslinien verschiedene Fahrkartenschalter gibt, und die Mitarbeiter dort möchten, ausser katalanisch, kaum andere Sprachen sprechen, weswegen etwas mehr Zeit für den Fahrkartenkauf eingeplant werden sollte.

Gleiches gilt auch für Santa Eulalia: auch dort die Fahrscheine besser am Schalter kaufen, sonst wird man vom Busfahrer zurück geschickt und muss eventuell befürchten, den Bus zu verpassen, wenn es nicht schnell genug geht. In der Nebenzeit klappt es meistens, aber ich weiß nicht, wie es im Juli und August ist...

Wie es in Ibiza Ciudad ist, kann ich nicht genau sagen, die Situation ist dort etwas unübersichtlich; die Busse halten in der Avinguda Isidor Macabich, dort gibt es die Parada A, B und C - und noch eine weitere auf Höhe der Hausnummern 52 bis 54, aber einen Fahrkartenverkauf habe ich dort nicht finden können.

In Ibiza-Stadt sollte offenbar ein Bushof gebaut werden, dessen Bau aber wieder eingestellt wurde. Die Bushaltestellen für alle Buslinien befinden sich daher im Stadtzentrum.

Wie meistens in der spanischen Welt, gilt beim Busfahren auf Ibiza der Grundsatz "Nur keine Eile!". Es gibt Fahrpläne, die auch meistens ziemlich genau eingehalten werden, es kann auch mal zu einer halben Stunde Verspätung kommen, aber der Busfahrer nimmt trotzdem vor der Abfahrt noch seine gewerkschaftlich verordnete Raucher- und Getränkepause. So muß das sein, denn "Sicherheit geht vor!" und auch bei den nicht-touristischen Passagieren reißt sich keiner ein Bein aus, wenn es mal etwas später wird.

Was ich noch gut finde: Es steigen alle Fahrgäste vorne beim Busfahrer ein und zeigen ihre Fahrkarte vor oder lassen den Fahrpreis von ihrer Chipkarte abbuchen. Das ist auch auf den Kanarischen Inseln so. Bei aller südländischen Gelassenheit: Niemand fährt schwarz! Es ist nicht so wie in Deutschland, wo die ehrlichen Fahrgäste für ein Viertel Schwarzfahrer pro Bus mitbezahlen müssen.

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Sant Joan de Labritja

Santa Eulària des Riu

santa eulalia del rio ajuntament carrer sa bastida

Santa Eulalia ist mein Lieblingsort von den Städten auf Ibiza. Ich kenne "Santa Eule" schon seit den frühen Siebziger Jahren, da war ich allerdings noch ein Kind, aber der Ort hat fast immer noch den Charme, wie ich ihn von früher in Erinnerung habe. In der Vergangenheit war es typisch für Santa Eulalia, daß sich dort der Autoverkehr unendlich staute, denn eine der Hauptverbindungen auf Ibiza, die PM-810, führte mitten durch die City. Von Ost nach West ging es noch zügig, aber wenn man am späten Nachmittag von Ibiza-Stadt nach Santa Eulalia fuhr, war eine Stunde im-Stau-stehen nicht aussergewöhnlich. Mittlerweile hat sich die Situation etwas entschärft, aber die Straße von Santa Eulària des Riu nach Eivissa Ciutat ist bis kurz vor der Inselhauptstadt immer noch ein Nadelöhr. Mittlerweile gibt es eine Umgehungsstraße, die den Autoverkehr etwas von Hauptstraße, Carrer de Sant Jaume, fernhält. Aber hier gilt ja auch "Sehen und gesehen werden" und deshalb wälzen sich noch immer Massen von Fahrzeugen durch die Innenstadt. Das lebhafte Zentrum von Santa Eulària des Riu konzentriert sich dort, wo der Passeig de s`Alamera auf die Hauptstraße führt. Der Passeig ist eine drei-spurige Fußgängerzone, von der aus alle wichtigen Teile der Innenstadt und die Strandpromenade bequem zu Fuß begangen werden können. In der Verlängerung des Passeig de s`Alamera über die Hauptstraße hinaus, befindet sich ein Platz mit Springbrunnen und das "Rathaus", außerdem einige traditionelle Bars wie das "Can Cosmi", das man unbedingt besucht haben sollte, um in Santa Eulalia gewesen zu sein. Der Busbahnhof ist gleich gegenüber, hinter dem Ajuntament de Santa Eularia an der Camí de Missa.


Platja de Santa Eulària

Platja de Cala Pada
cala pada santa eulalia del rio illes balears
Der Platja de Cala Pada liegt auf halbem Weg zwischen Santa Eulalia und Es Caná und kann über einen Fußweg entlang der Küste von beiden Orten schnell erreicht werden. An einem Anlegesteg halten Fähren von und nach Santa Eulalia, Cala Llonga, Ibiza-Stadt und Formentera.

Platja de Cala Martina

Camping La Playa Ibiza

Der Camping La Playa Ibiza liegt sehr ruhig, aber trotzdem verkehrsgünstig an der Küstenstraße, die von Es Canar nach Santa Eulalia führt, direkt am Ortsausgang von Es Canar an der Punta Arabi, gleich zwischen dem Ferienclub Punta Arabi und der Cala Martina. Ein Dämpfer ist, daß es nicht ganz so ruhig ist, wie in Cala Bassa, je nach Windrichtung hört man etwas Musikberieselung vom Club und mittwochs findet ebendort, im Feriendorf Punta Arabi der Hippiemarkt statt, was zur Folge hat, dass sich an diesem Tag eine endlose Fahrzeugkolonne durch Es Cana schiebt, aber wenn man es weiß, kann man es einplanen und am Mittwoch frühzeitig zu einem Ausflug in einen ruhigeren Teil der Insel aufbrechen.

Ansonsten herrscht auf diesem Platz eine ruhige und entspannte Stimmung, die Gäste waren überwiegend künstlerisch, esoterisch angehaucht - also keine lärmigen Party-Touristen. Gleich am Camping befindet sich die Beach Bar "Chirincana Ibiza", ein beliebter Treffpunkt am Strand der Cala Martina. Abends gibt es dort häufig Live-Musik bis Mitternacht. In der Nacht bestreift ein Wachmann das Gelände, der Zugang geschieht mit einer Chip-Karte für die 10 € Pfand zu hinterlegen sind. Ausser dem Haupteingang gibt es noch eine Tür neben der Bar von der aus man direkt am Strand Cala Martina ist. Dieser Strand ist etwas lebhafter, es gibt dort 2 Gastronomien und Möglichkeiten zum Wassersport. Die besseren Zeltplätze auf dem Campingplatz liegen direkt am Meer, natürlich getrennt durch einen Zaun, an dem aussen ein Fußweg entlang führt.

Zum Zelten gibt es zwei Arten von Parzellen, solche die etwas näher am Meer liegen und die in der "2.Reihe". Meerblick hat man von Beiden. Weil die besseren Plätze näher an der Bar und am Uferweg liegen, laufen dort den ganzen Tag Menschen vorbei oder lagern auf den Felsen, die zurückliegenden Parzellen sind ruhiger. es lohnt sich also kaum, mehr Geld auszugeben.

Die Busse der Linie L18B von Santa Eulalia nach Es Cana fahren über die Avenida Punta Arabi, die nächste Bushaltestelle befindet sich dort am Feriendorf, aber wenn man dem Busfahrer rechtzeitig Bescheid sagt, hält er auch direkt am Campingplatz an.


Es Canar (Platja des Canar)

Auf den ersten Blick wirkt Es Canar recht städtisch, aber abgesehen von den 2-3 Straßen im Zentrum und einem kleinen Vergnügungspark in der Größe einer Dorfkirmes, ist dort nicht viel los.

Schon immer ist Es Canar eine britische Hochburg, in der von Deutschen okkupierten Gegend rund um Santa Eulalia und Sant Carles de Peralta (Sankt Carlos).

In Es Canar befinden sich drei der 5 Campingplätze auf Ibiza und daher ist der Ort attraktiv für Low-Budget-Touristen. Auch die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr der Insel, trägt dazu bei, daß der Ort ein guter Ausgangspunkt für Reisende ist, die sich etwas abseits der üblichen Touristenpfade bewegen wollen.

es canar hafen strand 800x600
Es Canar ist einer der ruhigeren Ferienorte auf der Partyinsel Ibiza.

Jede Stunde gibt es eine schnelle Busverbindung zum Flughafen (Fahrzeit: 1 Std.) und mehrmals in der Stunde Busse zum Bushof von Santa Eulària des Riu (15-20 min.), von wo aus alle Destinationen auf der Insel günstig zu erreichen sind.

Die wichtigsten Busverbindungen von Es Canar sind die L24, die Flughafenlinie, die stündlich zum Aeropuerto fährt und auf der Hinfahrt, von Santa Eulàría über die Busstation von Es Canar hinaus, bis nach Cala Nova.

L18A ist die Hauptverbindung zwischen Santa Eulàría und Es Canar mit den häufigsten Fahrten, sie endet allerdings direkt im Zentrum, während die L18B die Küstenstraße, vorbei an S`Argamassa und Cala Martina nimmt und man daher schon an der Punta Arabi aussteigen kann, oder am Campingplatz, wenn man dem Busfahrer vorher Bescheid sagt.

Die L18B fährt immer um 00' und 40' von der Estación Santa Eulàría des Riu die Strecke a`Argamassa - Cala Martina - Es Canar, also am Campingplatz und an der Punta Arabi vorbei.


ie Cala Nova ist nur wenige Minuten Fußweg vom Stadtstrand von Es Canar entfernt.
Die Cala Nova ist nur 3 Minuten Fußweg vom Stadtstrand von Es Canar entfernt. Die See ist dort etwas rauher, aber trotzdem sehr sauber, und im mittleren Teil ist der Sandstrand sehr beliebt, bei Individualtouristen.
Cala Nova (Platja de Cala Nova)

Die Cala Nova war total angesagt im Sommer 2016. Ich weiß nicht warum; der Strand ist etwas rustikaler, aber trotzdem sehr schön. Es gibt dort mehrere Strandbars, die abends ein zeitgemässes Unterhaltungsprogramm bieten und der Campingplatz Cala Nova ist fußläufig in 3 Minuten zu erreichen.

Ansonsten ist es sehr ruhig dort: Keine Beschallung mit Disco-Musik von den Strandbars und auch kaum nervige Strandverkäufer.

In der Mitte gibt es zwei von Felsen eingerahmte Buchten, die von Nacktbadern okkupiert werden, sowie von Reisenden, die sich etwas abseits der ausgelatschten Touristenpfade bewegen.


Campingplatz Cala Nova

Der Camping Cala Nova liegt günstig, nur wenige Meter vom gleichnamigen Strand und etwas entfernt vom Zentrum vom Es Cana. Obwohl ich die teuerste Parzelle gemietet hatte, war es dort kaum möglich, das Zelt aufzubauen, denn der Boden besteht aus verdichtetem, scharfkantigen Splitt. Der Campingplatz ist sehr schön mit schattigen Bäumen bewaldet, aber es ist dort sehr laut und kaum möglich einen Häring in den Boden zu treiben. Die hohe Arbeitslosenquote in Spanien, von fast 25% führt dazu, daß viele Spanier vom Festland während der Saison auf den Ferieninseln arbeiten. Meistens Männer, die einen entsprechenden Führerschein haben, dürfen dann dort für ein halbes Jahr einen Bus fahren und danach geht es weiter mit Stütze. Diese Leute erlebt man dann als Dauercamper im Camping Cala Nova und deren Tagesablauf deckt sich leider nicht mit dem eines üblichen Touristen. Zum einen haben sie neben ihrem Zelt oder Wohnwagen große Kühlschränke aufgestellt, die für beträchtliche Lärmbelästigung sorgen. Zum anderen beginnt der Tag für spanische Arbeitnehmer auf Ibiza des Nachts um zwei Uhr. Dann beginnen sie nämlich zu Kochen, Fernsehen zu gucken und Videospiele zu betreiben. Dabei unterhalten sie sich lautstark über mehrere Parzellen hinweg und schraveln dort herum, um sich beim Nachbarn ein Gewürz auszuleihen oder neue Grilltipps auszutauschen. Wer also Ruhe und Erholung sucht, für den ist der Campingplatz Cala Nova nicht zu empfehlen. Hinzu kommt, dass das WLAN auch noch extrem teuer ist.


Cala Llenya (Platja de Cala Llenya)
Beinah karibisch schön und sehr sauber ist das Meer an der Cala Llenya.
Die Cala Llenya ist ein sehr sauberer und ruhiger Strand mit wenig Wellengang und das Wasser wird nur gemächlich tiefer.

Nur einen kurzen Fußweg von der Cala Nova in Es Canar ist es zur Cala Llenya, im Süden der Ferieninsel Ibiza. Ein sehr familiärer Strand, super-sauber, beinah karibisches Feeling und nur geringer Wellengang, also gut für Familien mit Kindern geeignet.


Platja de Cala Mestella

Also, die Cala Mastella ist der erste Ort auf Ibiza, der mich wirklich entäuscht hat. Irgendwie schwirrte mir im Kopf herum, daß dieser Ort etwas Besonderes sein müsse. Ich weiß nicht, woher dieser Gedanke kam.

Wenn man von Es Cana die Küste nach Osten entlang geht, kommt nach einem kurzen Fußweg die Cala Llenya, aber dann wird es gemein; Es gibt größere Höhenunterschiede zu überwinden und dann windet sich die Straße in zahlreichen Kurven und wenn man endlich am Strand von Cala Mastella ist, ist der, sage und schreibe, (bei Google-Maps gemessen) genau 25 Meter und zehn Zentimeter lang. Anscheinend führte dort ein Wasserlauf ins Meer. Es gibt ein paar fruchtbare Gemüsefelder und dann eine mit Schilf bewachsene Zone hinter dem Strand, der in einer schattigen Bucht liegt. Der weitere Verlauf folgt einer felsigen Küste, mit den typischen Fischerbuden bis Cala Boix. Vielleicht sehr schön, aber ich habe mir den weiteren Weg gespart, weil man endlos durch irgendwelche Wohngebiete pilgern muss, um weiter zu kommen.

Sicher sehr schöne Küstenlandschaft, wenn man bereit ist, etwas durch die Felsen zu klettern, aber auf dem Landweg ziemlich fatal.

Ibiza könnte so schön sein, zum Radfahren und zum Wandern, ist die Landschaft einfach ideal. So, wie in Holland, könnte man alle Orte der Insel in kurzer Zeit mit dem Fahrrad oder per Wanderung erreichen, aber die Infrastruktur ist nur auf das Autofahren ausgelegt. Es gibt Fahrradrouten im Osten der Insel, die aber hauptsächlich über vielbefahrene Straßen führen und auch ein Netz von Wanderwegen, aber auf einmal hört die Beschilderung auf oder die Strecke ist unterbrochen, weil niemand die Wege pflegt oder weil über Nacht mal wieder ein Haus gebaut wurde, auf dem Wanderweg, was man erst weitläufig umgehen muss. Der Urlaub ist so optimiert, daß die Touristen möglichst viel Geld ausgeben, sich dabei aber nur so kurz wie möglich, auf der Insel aufhalten und nicht noch unnötig in der Landschaft herumkraxeln.


Cala Boix (Platja de Cala Boix)

Cala Boix ist ein schwarzer Strand auf Ibiza. Eigentlich nicht richtig schwarz, sondern eher aschegrau. Ich kenne genug richtig schwarze Strände auf den Kanarischen Inseln, daher ist Cala Boix jetzt nichts Besonderes für mich. Es gibt dort eine Strandbar und drei gute Restaurants im Hinterland. Ende Mai 2001 war es dort sehr ruhig und familiär, nur 4 oder 5 Leute am Strand und sehr sauber, wie überall auf Ibiza, keine Musik und kein Krach von Jetski oder Motorboote, also genau richtig für einen erholsamen Badetag.


Pou des Lleó (Platja des Pou des Lleó)

Die "Quelle des Löwen" liegt in einer kleinen Bucht, die eingerahmt ist von charakteristischen Felsformationen. An beiden Seiten des Strandes wurden die für Ibiza typischen Bootshäuser in die Felsen gehauen, denn Pou des Lleó ist schon immer bekannt, als Fischereihafen, der abgesehen von einem ein Mal jährlich stattfindenden Fischerfest, nicht viel zu bieten hat.

Touristische Infrastruktur gibt es dort, bis heute, so gut wie keine, abgesehen von zwei Restaurants für Liebhaber exzellenter Fischgerichte. Neben dem 60 Meter langen Hauptstrand gibt es noch weitere sandige Abschnitte in kleinen Felsbuchten und weitere Möglichkeiten zum Sonnenbaden und Schnorcheln, an den zahlreich vorhandenen Bootsschuppen entlang der Küste. Wer also nicht unbedingt auf Sandstrand angewiesen ist, und einen Badeplatz abseits vom Massentourismus sucht, ist in Pou des Lleó am richtigen Ort. Die Umgebung bietet Möglichkeiten für Wanderungen zum "Torre d`en Valls", einem Turm der errichtet wurde, um Ibiza vor Piratenangriffen zu schützen, von denen die Insel in der Vergangeheit immer wieder heimgesucht wurde.

Wer also "Entspannung pur" sucht, für den ist Pou des Lleó mit Aussicht auf die Isla Tagomago, der richtige Ort.


Und dann: Ximaina!

Ich weiß nicht, wann ich zum Ersten Mal in Ximaina war. 1967 bin ich geboren und es gibt ein Foto, wo ich ca. anderthalb Jahre alt bin, im einem der Bungalows in Ximaina - es muß also ca. 1968-69 gewesen sein. Jedenfalls hatte irgendwer in meiner Familie die Idee, daß man auf Ibiza Urlaub machen müsse. Bis heute komme ich nicht dahinter, wer das war, aber ich vermute, es war der Vater meiner Mutter. Er hat es immer vorangetrieben, dass wir dorthin fahren müssten, aber ich habe keine Idee, wie er darauf gekommen ist.

Vielleicht hat er sich das in Stalingrad im Schützengraben überlegt?

Um es vorweg zu nehmen: "Ximaina" ist einfach der Name einer Straße auf Ibiza, nämlich die "Carretera a Ximaina" oder, je nachdem wie man es betrachtet, wahlweise auf catalán oder castellano, die "Carreteres A Ximaira".

Diese Straße biegt irgendwann auf der PM-810 von Sankt Carlos nach Cala San Vicente ab, und führt zur Cala Figueral. Ein mutiges Deutsches Ehepaar hat Ende der Sechziger, Anfang der 70er-Jahre in der Nähe dieser Straße einen "Bungalow-Park" errichtet.

Versteckt hinter hohen Mauern liegen heute die Häuser vom Bungalow-Park Ximaina Ibiza an der Playa d`Es Figueral

Dabei handelte es sich um rund ein Dutzend liebevoll ausgestatteter Ferienhäuser, die an Touristen vermietet wurden. Kurz nach meiner Geburt, hatte meine Familie beschlossen, an diesem Ort Urlaub zu machen. Und sie sollten fast 2 Jahrzehnte davon besessen bleiben, immer wieder an diesen Ort zu reisen.

Für damalige Verhältnisse, muss die Situation an diesem Ort wohl eher prekär gewesen sein; ich erinnere mich nur, daß z.B. die Warmwasserbereitung und sogar der Kühlschrank auf Gas lief, was hier zu Hause in Gressenich völlig unbekannt war. Eine wackelige Warmwasser-Versorgung beim Duschen konnte man noch verschmerzen, weil es eigentlich immer warm genug war, aber ein Kühlschrank, der ausfallen könnte, weil die Gasflasche leer war, war aus der damaligen Sicht der Dinge, schon problematisch. Eine Müllabfuhr gab es dort auch nicht, hinter den Häusern wurde einfach eine Grube ausgehoben und der Hausmüll dort reingeschmissen und wenn die Grube voll war, wurde sie einfach mit Erde überdeckt und eine neue ausgehoben.

Zu den alltäglichen Aufgaben von uns Kindern gehörte es daher, den Müllsack in die Müllgrube hinter dem Haus zu schmeißen und sich jedesmal ein bißchen zu schaudern, weil die Eidechsen in der Müllgrube erschreckt davonstoben, wenn die Mülltüte in der Grube landete. Das war dann für uns Kinder etwas spannender, als Schnecken und andere Kleintiere auf Agaven aufzuspiessen.

Damals fuhr man in diesem Territorium entweder Land-Rover, als Einheimischer - oder als Tourist einen 500er-Fiat mit der Selbstmördertür als Leihwagen. Der Landrover war auch nötig, weil die Touristen immer wieder in auswegslose Situationen gerieten, aus denen sie dann gerettet werden mussten. Das Vermieter-Ehepaar hatte jedenfalls so eine Landrover in der Kurz-Version, wie bei Daktari, wo Dr. Marsh Tracy immer auf die Tür klopfte, wenn Mike Makula losfahren sollte und es gab auch einen Supermarkt, im Bungalow-Park, heute würde man sagen; einen Tante-Emma-Laden, aber für damalige Verhältnisse war das ein Supermarkt, der wurde von Tom betrieben und deshalb hieß das Geschäft "Tio Tom" was auf Deutsch "Onkel Tom" heißt, und immer wenn es wieder eine unlösbare Situation gab, wie Gasflasche leer oder kein Salz mehr in der Küche, mussten "Onkel Tom" oder "Schimeindas" das retten. Onkel Tom fuhr übrigens auch einen Land-Rover, aber in der langen Version, weil er als Ladeninhaber eine höhere Verantwortung hatte.

Jedenfalls war "Ximaina" für meinen Großvater, der für Adolf in Russland gekämpft hat, das Allheilmittel für alle Probleme dieser Welt. Den größten Teil meines Lebens habe ich geglaubt, dass "Ximaina", was mein Opa immer "Schiemeinda" aussprach, der Name des Vermieterpaares vom Bungalow-Parks gewesen sei. Denn immer wenn ein Problem anstand, egal ob zu Hause in Deutschland oder im Urlaub auf Ibiza, sagte mein Großvater immer: "Da müssen wir mal Schimeinda fragen." oder "Dann fahren wir mal nach Schimeinda, die wissen, wie man das macht."


Playa de Es Figueral (Platja des Figueral)
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Der Strand "Playa de Figueral" liegt in der Nähe der Invisa Hotels Cala Blanca & Cala Verde. Es handelt sich um einen großflächigen feinen Sandstrand ohne Steine und mit nur wenigen Felsen. Auf dem schmaleren Teil im Norden treffen sich überwiegend FKK-Freunde, während der südliche Teil für Familienurlaub und Wassersport genutzt wird.

Wie kommt man nun dorthin?

Erstmal: Offensichtlich gibt es auf Ibiza unterschiedliche Meinungen, was die Benennung der Straßen betrifft. Zumindest habe ich nun verschiedene Online-Kartenwerke befragt und ebenso unterschiedliche Angaben gefunden, was wie heißt.

Fährt man also nun von Sankt Carlos Richtung Cala Sankt Vincente, gabelt sich die Straße kurz nach der Bar "Toni Rivas". Geradeaus geht es weiter auf der PM-810 und nach rechts zur Playa Figueral. Vermutlich ist diese Straße die "Carretera a Ximaina" - heute heißt sie schlicht "Carrer Sn 111" , wobei "Sn" nach meiner Meinung "sin número" heißt, denn obwohl die Straße eine Nummer hat, haben die Häuser dort keine Hausnummer.

Seit je her war es nämlich so, daß die Post in der "Bar Anita" in Sant Carles de Peralta abgeholt werden mußte. Ursprünglich wurde der Postsack dort einfach auf einem Kneipentisch ausgekippt und jeder konnte sich einen Brief aussuchen, der ihm gefiel. Später wurden dann hölzerne Postfächer in der Bar angebracht, die bis heute noch da vorhanden sind. Und jetzt, im Jahre 2017, geben verschiedene Unternehmen in Ximaina auf ihren Internetpräsentationen immer noch die "Bar Anita" als Postadresse an.

Also, nicht alles so genau nehmen, mit ein bißchen Improvisation klappt es schon, auf Ibiza.

Nachdem man nun also an Anita`s Bar in Sant Carles de Peralta nach Cala de Sant Vicent abgebogen ist, kommt links die Bar Toni Ribas, dann führt die Straße durch einen Einschnitt im Berg und gleich dahinter geht es rechts ab zur Playa Figueral. Zwei Kilometer führt die Straße durch eine noch sehr ursprüngliche, ibiza-typische Landschaft mit Feldern und Plantagen und vereinzelten Fincas und Wohnhäusern im Hinterland.
Am Ende verdichtet sich die Bebauung etwas; nach den Tennisplätzen liegt links ein alter Apartmentblock des Club Figueral und auf der rechten Seite kommen die Beachclubs "Cala Blanca" und "Cala Verde" in Sicht.
Daraufhin endet die Straße unmittelbar im Sand der Playa Es Figueral.


Racó des Paller des Camp

Mit etwas Glück findet man zwischen der Playa Es Figueral und Aqua Blanca noch einen weiteren Strand, den Racó des Paller des Camp. Glück deshalb, weil sich die Landschaft der Strände auf Ibiza ständig verändert und wo in einem Jahr noch Sandstrand war, kann es im Nächsten wieder steinig sein. Neben der markanten Felssäule "Paller des Camp" gibt es ein Loch im Felsen, das auf die andere Seite führt. Allerdings ist Vorsicht geboten! Nördlich von Es Figueral leidet die Küste an starker Erosion. Besonders nach Regenfällen, besteht die Gefahr von Steinschlag und wer oben auf der Klippe spaziert, sollte nicht zu nah an die Kante treten!

paller des camp bucht von cala san vincente
Wer ein bißchen Kletterei nicht scheut, kommt durch ein Loch in der Felswand von der Playa Figueral in die nächste Bucht und findet dort, mit etwas Glück, einen Strand ganz für sich alleine.

S'Aigua Blanca (Platja s`Aigua Blanca)

Die nächste Bucht nach der Cala Figueral ist die Agua Blanca. In der Anfangszeit des Tourismus auf Ibiza haben sich dort die ersten Hippies und Aussteiger niedergelassen. Anfang der Siebziger Jahre wurde Spanien noch regiert vom "Generalissimo" Francisco Franco. Abgesehen davon, daß sein Kopf jede spanische Briefmarke zierte, war sein Einfluss auf Ibiza aber nicht mehr so sehr spürbar. Die Guardia Civil trug damals noch den typischen "Tricornio", eine von den Dreispitzen abgeleitete Kopfbedeckung aus schwarzer Lackfolie. Und sie griff auch hart durch, gegen Strandräuber und Kleinkriminelle aller Art, aber trotzdem machten sich auf Ibiza, ungeachtet dessen, schon anarchistische Tendenzen breit. Neben dem Konsum von Cannabis-Produkten, der in Spanien schon immer mehr oder weniger geduldet wurde, gab es auch immer häufiger Menschen, die völlig unbekleidet am Strand baden wollten. Weil in manchen Regionen ein blanker Busen mit hohen Geldstrafen belegt wurde, war der Aqua Blanca ein idealer Ort, um solchen Neigungen nachzugehen. Aqua Blanca war nämlich ein Privatstrand im Besitz der Familie des dortigen Grundbesitzers Josef Ribas. Dort war der lange Arm des Diktators wirkungslos, weil man auf Privatbesitz machen konnte, was man wollte, und daher wurde an "Josef seinem Strand", wie mein Großvater zu sagen pflegte, hemmungslos nacktgebadet.

Der Aqua Blanca besteht aus mehreren Sandbuchten. In der ersten und zweiten Bucht befindet sich eine Strandbar. Die Strandbar in der ersten Bucht wurde lange Zeit betrieben von Oskar, einem liebenswerten Menschen aus Uruguay. Im Jahre 2001 habe ich ihn noch getroffen. Oskar kannte die meisten seiner Gäste noch persönlich. Zu Beginn des Urlaubs winkte er die Touristen zu sich heran und fragte wer man sein und wo man wohnte und von da an hatte man den Rest des Urlaubs Kredit bei Oskar. Hinter der Theke lag ein Schulheft, da wurde alles eingetragen, was man verzehrt hatte und am Tag vor der Abreise wurde abgerechnet. Man brauchte sich also keine Sorgen zu machen, wenn man gerade nicht genug Geld bei sich hatte und Oskar machte sich auch keine Sorgen, daß die Zeche nicht bezahlt würde, denn Ibiza ist eine Insel und niemand würde die ungesehen verlassen, wenn er dort noch Schulden hätte.

Oskar und Miguel, sein Liegestuhl-Verwalter, sind natürlich auch irgendwann mal in die Jahre gekommen und wollten sich zur Ruhe setzen und nun haben Oskar`s Kinder das Chiringuito am Strand von Aigües Blances übernommen und jetzt ist es nicht mehr gerade so schön dort, wie früher, was aber weniger an den Kindern liegt, sondern am Massentourismus.

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Bei meinem Besuch am 15.09.2017 hatte sich der Aigües Blances in eine Steinwüste verwandelt, nachdem das Meer ein paar Tage unruhig gewesen ist. Das Foto wurde aufgenommen an dem Abschnitt, der im vorangegangenen Bild (von Mai 2001) zu sehen ist und zeigt, wie sich die Landschaft der Strände in kurzer Zeit verändern kann.

Die Preise haben sich mittlerweile mindestens verdoppelt; das Bier 0,2 l, kostet jetzt 3 €, das ist für ibizenkische Verhältnisse noch preiswert, an manchen Strandbars sind 5 oder 6 Euro zu bezahlen - aber natürlich nichts für den Low-Budget-Reisenden. Wer mit dem Linienbus L 16B an der Platja des Figueral ankommt, braucht von der Bushaltestelle nur 87,74 Meter die Straße runter zu gehen und findet dort auf der linken Seite einen Eurospar-Supermarkt, wo man zu mitteleuropäischen Preisen die Verpflegung für den Strandtag einkaufen kann. Ein zweiter Supermercado findet sich hundert Meter oberhalb der Bushaltestelle am Aparthotel Colomar Ibiza.

Der Fußweg von Es Figueral nach Aigües Blances ist bei Hitze etwas beschwerlich, manchmal kann man auch am Ufer entlang gehen. Die Beschaffenheit des Strandes kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Manchmal ist der Strand sehr steinig, weil im Winter der Sand weggeschwemmt wurde - 2016 war soviel Sand da, daß man über eine Sandbank durch das Wasser vom Es Figueral nach Aqua Blanca gehen konnte, was jedoch erforderte, das gesamte Gepäck über dem Kopf zu transportieren, aber es war weit weniger anstrengend, als die Straße entlang zu gehen.

Häufig sieht man am Agua Blanka Leute, die sich mit Lehm beschmiert haben, mal ist er rötlich, mal eher grau. Den gibt es am linken Ende, zwischen der vierten und der 5. Bucht, wo das Regenwasser von der Küste ins Meer läuft und Boden von oberhalb der Klippen mitbringt. Der Schlamm soll gut für die Haut sein, auf jeden Fall taugt er für originelle Urlaubsfotos, die man dann in sozialen Medien verbreiten kann.


Stolberg (Rhld.)

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